Musiktheorie Teil 1: Durtonleiter, Durtonarten

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Arne
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Musiktheorie Teil 1: Durtonleiter, Durtonarten

Erstellt: von Arne » 10.04.2010, 13:35

Ich kopiere mal aus einem anderen Forum einige Beiträge über Musiktheorie, die ich vor langer Zeit mal geschrieben habe.

Teil 1, die Durtonleiter, die Durtonarten.

Die C-Dur-Tonleiter setzt sich aus den Tönen
c d e f g a h c
zusammen.

Zwischen den einzelnen Tönen sind verschiedene Tonabstände, Ganztöne und Halbtöne. Bei einer Durtonleiter sind die Abstände

ganz, ganz, halb, ganz, ganz, ganz, halb

Doch woher kommen jetzt die Vorzeichen bei anderen Tonarten?

Teilen wir die C-Dur-Tonleiter in der Mitte, in die 2 sogenannten Tetrachords:

c d e f | g a h c

Wer den Quintenzirkel schonmal gesehen hat, weiss, dass rechts vom c das g steht. Das Intervall c-g ist eine reine Quinte.

Vertauschen wir jetzt mal die beiden Tetrachords miteinander:

g a h c | d e f g

Es entsteht eine Tonleiter mit den Tonabständen

ganz, ganz, halb, ganz, ganz, halb, ganz


Das erinnert schon fast an die Durtonleiter. Nur der vorletzte Ton stört, er ist einen Halbton zu niedrig. Also wird er durch ein # um einen Halbton erhöht. Aus f wird fis. Jetzt haben wir die G-Dur-Tonleiter komplett. Das Merkmal für ein Lied in G-Dur ist ein Kreuz, das fis.
Grundsätzlich ist das fis die erste Tonerhöhung!

g a h c d e fis g


Tauschen wir mal fröhlich weiter die Tetrachords der G-Dur-Tonleiter.

d e fis g | a h c d

Wieder stört der 7 Ton, wieder ist er einen Halbton zu niedrig.
Analog wird natürlich dieser Ton einen Halbton erhöht, es entsteht die D-Dur-Tonleiter:

d e fis g a h cis d mit den Tonabständen ganz, ganz, halb, ganz, ganz, ganz, halb.

Nun kann man wiederum die Tetrachords vertauschen, 7. Ton erhöhen, man landet auf A Dur mit 3 # als Vorzeichen, fis, cis, gis.

Soviel zur "Kreuzseite" des Quintenzirkels.

Wir sind jetzt wieder bei C-Dur: c d e f g a h c

Nun nehmen wir als Startton mal den Ton, der eine reine Quinte tiefer als das c ist, das f.

Es entsteht die Tonfolge f g a h c d e f.

Wie sind hier nun die Tonabstände?

ganz, ganz, ganz, halb, ganz, ganz, halb

Erinnert auch ein wenig an eine Dur-Tonleiter, es stört nur der 4. Ton, das h, welches einen Halbton zu hoch ist. Also muss dieser Ton um einen Halbton erniedrigt werden. Aus h wird b. es ensteht die Tonfolge
f g a b c d e f, die F-Dur-Tonleiter.
Wie durch ein Wunder steht das F links neben dem c im Quintenzirkel. Die Tonart hat als Vorzeichen ein b.

Starten wir jetzt wiederum eine reine Quinte tiefer, haben wir die Folge
b c d e f g a b, wieder mit den Tonabständen ganz, ganz, ganz, halb, ganz, ganz, halb

Wiederum muss die 4. Stufe, hier das e, um einen Halbton erniedrigt werden, damit wir die b-Dur-Tonleiter haben.

es entsteht: b c d es f g a b

Analog kann das nun weitergefürt werden, es entsteht der Quintenzirkel.

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Zuletzt geändert von Arne am 16.04.2010, 20:16, insgesamt 1-mal geändert.

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sYs
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Erstellt: von sYs » 11.04.2010, 00:18

Super Beitrag.
Bin im Moment dabei mich stark mit Musiktheorie zu befassen, da lese ich alles durch was ich finde.
Ich verstehe zwar nicht alles von dem was du schreibst, trotzdem vielen dank ^^.

Gast

Erstellt: von Gast » 11.04.2010, 11:41

WoW ich mache jetzt seit 11 jahren musik, und den Quintenzirkel kann ich eigentlich ganz gut. Aber hättest du mir die erklärung vor 6 jahren gegeben als ich den gelernt habe(ich wieß recht spät aber tompete spielen will gelernt sein da habe ich sowas komplexes noch nicht in angriff genommen.) Hätte ich sehr viel weniger zeit gebrucht, vlltr nen Monat^^ Ich find den beitrag zur Durtonart dennoch Falsch da es ja die terzen ausmachen was Dur und was Moll ist und das kann man nicht mit dem Quintenzirkel erklären;) weil du halt nur den grundton hast. Trotzdem finde ich den Beitrag sehr Gelungen.

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 12.04.2010, 04:41

Hi Andy!

Moment mal, der Workshop hier von dir kommt mir doch verdächtig bekannt vor.
An so einen guten Artikel erinnert man sich doch sofort wieder ()/

Schön, dich hier zu sehen / lesen!

Einen so fähigen Gitarristen, und guten Mann in Sachen "Vermitteln von Musiktheorie" hier zu haben, ist Klasse! Wir haben ja schon auf einem Gitarren-Forumstreffen in Marburg zusammen einen Workshop gehalten!

Ich kenne ja deine Lektionen schon aus einem anderen Forum. Da dort aber derzeit nur alte Hasen rumlaufen, ist dort leider nur noch wenig Bedarf an Leuten, die einem die Grundlagen vermitteln. Hier dagegen ist ein reger bedarf an guten Leuten, die einem die Grundlagen vermitteln!

Deine Beiträge sind hier im Forum bestimmt ein Gewinn :D !

Klasse das du den Anfängern und leicht fortgeschrittenen Gitarristen nochmal die Grundlagen vermittelst.

Gruß und Willkommen!
Mjchael

ps.:
Irgendwas scheint mit dem Youtube-Link nicht zu funktionieren!

Bis das korrigiert ist, können die andren dein Projekt Seitenhiebe auf Youtube über diesen Link anschauen.

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h wird zu b ?

Erstellt: von friejuli » 24.02.2011, 12:39

hi arne,

ich versteh nicht wieso das h zu b wird.. außer die deutschen sagen zu "b-flat" (Bb) -> B-Dur anstatt "h-flat" :D

muss dazu sagen dass ich auf englisch lerne (c d e f g a b)..

sehr unverständlich, also mal so:

C C# D D# E F F# G G# A A# B (# = scharp -> fis, gis, usw.)
C Db D Eb E F Gb G Ab A Bb B (b = flat -> ges, des, usw. ?)

danke schonmal...

mfg julian

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phunky
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Re: h wird zu b ?

Erstellt: von phunky » 24.02.2011, 12:42

friejuli hat geschrieben:...ich versteh nicht wieso das h zu b wird.. außer die deutschen sagen zu "b-flat" (Bb) -> B-Dur anstatt "h-flat" :D
...


Ich weiß nicht, ob ich Dich jetzt richtig verstehe, aber ja, genau so ist es.

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Arne
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Erstellt: von Arne » 02.03.2011, 23:24

deutsch: C D E F G A H C
englisch: C D E F G A B C

deutsch: F G A B_ C D E F
englisch: F G A Bb C D E F

Gruß :)

friejuli
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Erstellt: von friejuli » 03.03.2011, 11:40

aha... wusst ich noch gar nicht, dass in deutschland das b-flat ein b ist...


danke schön !

GuitarJung

Erstellt: von GuitarJung » 09.07.2012, 18:54

Sie Schrieben ....

"Zwischen den einzelnen Tönen sind verschiedene Tonabstände, Ganztöne und Halbtöne. Bei einer Durtonleiter sind die Abstände
ganz, ganz, halb, ganz, ganz, ganz, halb"

Meine Frage :
Sind die Tonabstände bei ALLEN Durtonleitern
ganz, ganz, halb, ganz, ganz, ganz, halb

Und wenn man wie gesagt die
c d e f | g a h c

tauscht müsste es doch
g a h c | c d e f

heissen und nicht
g a h c | d e f g

wie angegeben
oder verstehe ich das falsch ?

könnte mir das bitte jemand in einer einfachen version erklären ? ^^

lg GuitarJung

Binhbob
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Erstellt: von Binhbob » 09.07.2012, 21:29

erstmal haben wirklich alle dur-tonleiter dieses schemata ganz, ganz, halb, ganz, ganz, ganz, halb
sind nur quasi transponiert und du kannst auch ganz andere skalen so transponieren wie die Molltonleiter oder die Pentatonik.

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snicki
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Erstellt: von snicki » 09.07.2012, 21:39

bei Dur Tonleitern machst du zwischen dem 3. und 4. Ton und dem 7. und 8. Ton einen Halbtonschritt

bei C Dur sind die Töne:

C D E F G A H C; zwischen dem E und dem F und dem H und dem C sind die Halbtonschritte. Auf dem Klavier sind das die Tasten, zwischen dem keine schwarze Taste zu finden ist ;)

das Schema gilt für alle Durtonarten

also bei G Dur:

G A H C D E F# G, Halbtonschritte zwischen H und C und F# und G

D Dur:

D E F# G A H C# D, Halbtonschritte zwischen F# und G und C# und D

erkennst du das Schema ?

Bei Molltonarten ist es etwas komplizierter.

Es gibt normale Molltonleiter (natürlich Moll). Die Molltonleiter hat die Halbtonschritte zwischen dem 2. und 3. und dem 5. und 6. Ton.

bei Am wären das:

A H C D E F G A, die Halbtonschritte liegen hier zwischen H und C und dem E und F.

Da die Am Tonleiter die gleichen Töne beinhaltet, wie die C Durtonart, nur mit einem anderen Grundton, sprechen wir hier von der zu C Dur parallelen Molltonart. Diese Schema ist auf alle anderen Tonarten übertragbar.

Der Grundton der zu einer Dur parallelen Molltonart sitzt immer 3 Halbtöne (kleine Terz) unter dem Grundton der Durtonart.

Bsp.:
C Dur - Am
F Dur - Dm
G Dur - Em
D Dur - Hm
E Dur - C#m
A Dur - F#m, usw.

Auf jeden Ton dieser Tonleitern, egal ob dur oder Moll, lässt sich der Grundton eines Akkordes ableiten, der dieser Tonart zuzuordnen ist.

Bsp.

C Dur (oder Am, welches ja die Paralleltonart ist)

Tonleiter:

C D E F G A H C

Auf diesen Tönen bauen sich die Akkorde auf, die zu dieser Tonart passen.

Und zwar:

C Dm Em F G Am Hmdim5(7) C

Warum jetzt der eine Dur, der andere Moll ?

Ganz einfach. Diese Akkorde benutzen nur die Töne der C Durtonleiter.
Bei einem z.B. E Dur wären das E G# H. Das G# passt aber nicht zu der C Durtonleiter. Deshalb muss es das G sein und somit ist es ein Em.

Die einzelnen Töne der Tonleiter bezeichnet man auch als Stufe. C ist die erste Stufe, D die Zweite usw.

Der Akkord auf der 7. Stufe, bei C Dur also das H, ist ein verminderter Akkord, Hmdim5, da aufgrund dieses Schemas kein ordentlicher Akkord zustande kommt. Die Töne wären für ein H Dur: H D# F#, für Hm H D F #. Das F# passt aber definitiv nicht zu der C Durtonleiter und muss durch das F ersetzt werden und hat somit eine verminderte Quinte und hört sich etwas "schräg" an, deshalb wird dieser Akkord eigentlich fast immer gemieden.

Bei der parallelen Molltonart sitz dieser verminderter Akkord übrigens auf der 2. Stufe
(A H C D E F G A).

Wenn du jetzt im Proberaum eine Akkordreihe spielen willst, dann musst du dir zunächst eine Tonart aussuchen.

Wenn es Am ist, dann kannst du die Akkorde spielen, die ich oben beschrieben hab.

Das ist natürlich die Theorie, bei der es noch zig Ausnahmen, Sonderregelungen und Abweichungen gibt, aber um die zu verstehen, sollten die Basics sitzen.

Gruß Snicki

GuitarJung

Erstellt: von GuitarJung » 10.07.2012, 18:23

@ snicki & all

danke für die antwort(en)
zwei kurze Fragen hätte ich jedoch noch gibt es evtl. irgendwo
im Internet eine Liste oder so wo man sich alle Tonleitern angucken kann und diese auswendig lernen ?
Zuletzt geändert von GuitarJung am 10.07.2012, 19:14, insgesamt 1-mal geändert.

Dad Pa
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Erstellt: von Dad Pa » 10.07.2012, 19:07

Hai guitar jung

ich finde das Teil hier sehr praktisch:

http://www.all-guitar-chords.com/guitar_scales.php

Oben auf den Reiter "Scales" klicken, dann z.B. auf C, dann auf Major und dann "Get".

LG
Dad Pa
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(Albert Schweitzer)

GuitarJung

Erstellt: von GuitarJung » 10.07.2012, 19:11

cool danke

Dad Pa
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Erstellt: von Dad Pa » 10.07.2012, 19:42

Keine Ursache,

aber eines sei noch dazu gesagt, bevor ich es vergesse - ist ein nettes Spielzeug das Teil, ersetzt aber keineswegs eine so gute Erklärung wie im Anfangsbeitrag. Es ist allemal besser die "Skalen" logisch zu verstehen, als stupide auswendig zu lernen.

LG
Dad Pa
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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 10.07.2012, 20:50

Ich sag immer wieder: Schau dir den Quintenzirkel an!
http://de.wikibooks.org/wiki/Musiklehre ... ntenzirkel

Gruß Mjchael

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