[Workshop] Lernstrategien / Übungsplan

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mjchael
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[Workshop] Lernstrategien / Übungsplan

Erstellt: von mjchael » 27.03.2010, 02:54

Viele leicht fortgeschrittene Gitarrenspieler passiert es immer mal wieder, dass die den Eindruck haben, einfach nicht weiter zu kommen.
Sie stecken irgendwo fest.

Dabei haben sie oft noch Probleme, dass sie mit dem, was sie können nicht richtig umzugehen wissen.

Damit man dem mal entgegenwirkt, habe ich mal einen Vorschlag,
wie ihr innerhalb von 2 Monaten eine bessere Routine in den typischen Akkordfolgen bekommen könnt.

Das ist einer der "Super-Tipps", welcher recht einfach zu durchschauen ist,
und und welcher (wenn man sie tatsächlich einmal durchführt) garantiert zu einer enormen Verbesserung der Liederbegleitung führen wird.

=================================

Es kommt nicht nur darauf an, viele Akkorde und Techniken zu können, sondern man muss auch mit den Akkorden etwas anfangen können.

Irgendwann einmal hast du alle wichtigen Akkorde gelernt. Dann kommen keine neuen Grundakkorde mehr hinzu.

Die Grundakkorde sind:
F C G D A E (Dur), Dm Am Em, G7 H7 D7

6er-Akkorde, 7er-Akkorde, 9er-Akkorde, Sus2 und Sus4-Akkorde sind mehr oder weniger Varianten der Grund-Akkorde.

Die 4 allerwichtigsten Barré-Akkorde sind
Bm F#m G#m C#m

Später irgendwann mal kommen zwar noch die Barré-Akkorde der E-Form mit dazu
F G A H (in Dur und in Moll)

und die Akkorde der A-Form
Bb H C D E (in Dur und Moll)

Das sind dann die Barré-Akkorde im 1 3 5 und 7. Bund

Die zuletzt genannten Barré-Akkorde kann man vorerst mal hinten anstellen, bis die vier allerwichtigsten in Fleisch und Blut übergegangen sind.

In über 20 Jahren, wo ich Lieder in Jugendgruppen (Kirche, Pfadfinder, Kindergottesdienst etc.) begleite, sind es genau diese wenigen 16 Akkorde, die ich zu über 95% in meinem Gitarrenalltag gebrauche.
F C G D A E Dm Am Em H7 D7 G7 | Bm F#m G#m C#m

Was von denen abweicht sind für mich erstmal "Ausnahmen".
Ich gehe dabei vom Begleiten von Liedern aus den einschlägigen Liederbüchern aus.

==========

Natürlich hängt man, nachdem man die 16 Akkorde gelernt hat, irgendwann einmal fest, und kommt nicht weiter, weil man einfach das wichtigste, schon gelernt hat.

Das Problem ist, dass man zwar die Akkorde gelernt hat, aber noch nicht richtig begriffen hat, was man eigentlich mit den Akkorden macht.

Wenn du mal wirklich stecken bleibst, würde es sich für dich lohnen, wenn du noch einmal alle Akkorde wiederholst.

Aber nicht einfach nur so, dass du abhaken kannst, welche Akkorde zu kannst, und welche nicht.

Über die Akkorde Tonartweise!

Und zwar so, dass du dir für jede Tonart ein Repertoire zulegst, mit dem du die typischen Akkorde übst.

Ich gehe davon aus (besser gesagt ich habe es schon sehr oft bei anderen beobachtet), dass dir einfach eine Routine in den Standardsachen fehlt.

Du hast dich bis jetzt nur um die neuen schweren Akkorde gekümmert,
aber du pflegst die alten Akkorde nicht.

Jetzt ist aber der Zeitpunkt, wo du alle wichtigen Akkorde kannst, und es kommt darauf an, dass du lernst, mit diesem Material umzugehen. Denn genau dafür hast du sie ja gelernt.

Man muss auch einfach einmal feststellen, dass man schon ein bestimmtes Level erreicht hat, und was man so alles schon kann.

Tipp:
So eine Liederliste würde ich mir für den eigenen Gebrauch zulegen.
meine Liedervorschläge auf den Wikibooks

Erstelle dir deine eigene Liste!

Suche dir zuerst mal alle Lieder raus, die du in G-Dur (bzw. Em) spielen kannst.
Akkorde:
C G D(7) Am Em Hm (H7)
Zuerst die ohne Hm (kann man oftmals durch D-Dur ersetzen)

Dann alle Lieder in C-Dur (bzw. Am)
F C G(7) Dm Am Em (E7)

(oder umgekehrt, erst alle in C-Dur dann die in G-Dur)

Danach gehst du alle Tonarten durch, meidest aber vorerst Barré-Akkorde (Daher brauchst du auch nicht nach den Moll-Tonarten zu suchen!)
Ich schreibe sie zwar mit hin, weil sie laut Harmonielehre (genauer laut Quintenzirkel) dazu gehören, aber vorerst suche nur die ohne Barré raus.

Dann einige in D-Dur
G D A7 Em (Hm F#m)

dann in A-Dur
D A E7 (Hm F#m C#m)

dann in E-Dur
A E H7 (F#m C#m G#m)

Wenn du dir diese Lieder als "Block" übst,
(pro Übungseinheit nur eine Tonart)
werden dir viele Akkordwechsel von alleine geläufig.

Alle weiteren Techniken, die du später übst (Hammering, Bassläufe, Dämpfen Akkorderweiterungen wie Sus etc.) musst du immer durch genau diese Tonarten durchexerzieren, und schauen welche Techniken in welcher Tonart gut und praktikabel sind, und bei welcher Tonart bestimmte Techniken eher nicht so gut gelingen.


Danach gehst du nochmal alle Tonarten durch,
nimmst dir aber diesmal vor, alle Barré-Akkorde mit zu üben.

G-Dur bzw. E-Moll (mit dem Hm-Akkord)
D-Dur bzw. H-Moll (mit Hm und F#m)
A-Dur bzw. F#-Moll (Hm F#m C#m)
E-Dur bzw. C#-Moll (F#m C#m G#m)

(nicht vergessen: unser Hm heißt auf englisch Bm )

Beachte, dass mit jeder neuen Tonart nur ein einziger neuer Barré mit hinzu kommt, und die alten Barrés noch einmal wiederholt werden.

Immer suchst du dir ein komplettes Repertoire für jede einzelne Tonart raus,
und trainierst diese Lieder eine Weile.

Für jede Tonart solltest du mindestens 10 Lieder finden!
Dabei schaust du, ob du typische Wendungen, die du mal in einem der Lieder gelernt hast (Basslauf, Hammerings etc.) auch in anderen Liedern dieser Tonart anbringen kannst.

So bekommst du unheimlich schnell eine Routine im Gitarrenspielen.

So manch ein Wald- und Wiesenklampfer stiehlt so manch einem Gitarrenprofi die Show, weil er einfach mit seinen wenigen Akkorden mehr anzufangen weiß.

Also nimm dir diene Liedersammlung (bei mir wären das die drei Bände von "das Ding" mit über 1000 Liedern) und spiele einmal jede Unterrichtseinheit alle Lieder in nur einer Tonart.

zuerst ohne Barré, dann mit Barré!
(Wer die Barrés aber schon ziemlich gut beherrscht, kann auch gleich schon mit den Barrés anfangen. Ich gehe erst mal von den nur leicht vortgeschrittenen Gitarristen aus.)

Lasse keinen Akkord einer Tonart aus, nur weil er dir nicht so gut gefällt.

C-Dur bzw. A-Moll = F C G7 Dm Am Em (E7)
G-Dur bzw. E-Moll = C G D7 Am Em [ Hm (H7) ]
D-Dur bzw. H-Moll = G D A7 Em [ Hm F#m (F#7) ]
A-Dur bzw. F#-Moll = D A E7 [ Hm F#m G#m (G#7) ]
E-Dur bzw. C#-Moll = A E H7 [ F#m G#m C#m (C#7) ]

Übe die Tonarten genau in dieser Reihenfolge
(nur ohne Barré ist es egal ob du mit G-Dur oder C-Dur anfängst)
Dann kommt nämlich pro Tonart nur ein neuer Barré mit hinzu.

Wie lange du bei einer Tonart bleibst, hängt von deinen jetzigen Fähigkeiten ab.

Wenn du jeden Tag nur eine Tonart durchnimmst,
dann wärst du in
C G D A E (ohne Barré) G D A E (mit Barré)
9 Tagen mit der Runde durch.

In 4 Tagen, wenn du gleich mit den Barré-Akkorden anfängst.

Aber das kann nur der machen, der viel Zeit hat. Ist aber wieder viel zu schnell gelernt. Du solltest dich schon ein paar Tage mit einer Tonart beschäftigen um wirklich Routine mit den Tonarten zu bekommen.

Wenn ihr die Barré-Akkorde mit durchnehmt, dann übt auch alle typischen Akkordprogressionen (Standard-Akkordfolgen).
Dazu lohnt sich ein Blick in
[Workshop] Akkordfolgen und Akkordprogressionen

Wenn du vornimmst, pro Woche eine Tonart durch zunehmen, dann bist du (was die Akkorde zur Liedbegleitung angeht) in zwei Monaten ein Profi.

Vorausgesetzt natürlich du hast die Grundakkorde auch gelernt.
Wenn du einige Akkorde erst noch einmal richtig lernen musst, dann brauchst du natürlich einen Tick länger.

Ihr könnt mir glauben, die Methode klappt garantiert!

Gruß Mjchael

ps.:
Wer ebenfalls eine Lernstrategie oder einen Übungsplan anzubieten hat, der kann den einfach hier drunter setzen.
Zuletzt geändert von mjchael am 13.12.2010, 12:09, insgesamt 6-mal geändert.

teacup
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Erstellt: von teacup » 02.04.2010, 17:35

Im Anschluss an mjchaels Ausführungen gebe ich hier mal eine Liste mit Liedern sowie der entsprechenden Tonart weiter. Diese Liste wurde nicht von mir selbst erstellt, ich kann noch nicht einmal mehr sagen, woher ich sie habe. Daher weiß ich nicht, ob tatsächlich alle Lieder in der angegebenen Tonart gespielt werden. Diese Datei soll eigentlich nur eine kleine Hilfe für all diejenigen sein, die sich ein wenig schwer damit tun, ausreichende Lieder zum Üben zu finden. ich denke, mit dieser Datei wird der/das Copyright nicht verletzt. Letztendlich werden ja keine Texte und/oder Akkorde wiedergegeben.
Diese Liste ist leider nur nach Interpret sortiert und nicht nach Titel, aber vielleicht hilft sie ja doch dem einen oder anderen von euch.
Gruß und allen ein paar schöne Osterfeiertage
teacup
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Kato
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Erstellt: von Kato » 02.04.2010, 18:00

MJ.........also Du hast eine Hammergeduld. Thx für die guten Tipps, ...jetzt muss ich sie nur noch befolgen :lol: ;) aber sie sind echt klasse.

Gast

Erstellt: von Gast » 03.04.2010, 16:41

@ teacup ()/
coole liste, ich frage mich nur warum rock immer mit pop auf die selbe stufe gestellt wird

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Christophorus
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Re: Lernstrategien / Übungsplan

Erstellt: von Christophorus » 03.04.2010, 23:06

So sieht mein bisheriger Arbeitsplan aus. Das sind die grundlegenden Übungen, mit denen ich seit gut einem Jahr arbeite. Ich schreib später noch ausführlich dazu. :D

PS: Wie der aufmerksame Leser bemerkt, habe ich mich bei den vier Grundschlägen bei Wikibooks bedient. Mjchael sei dank.
-::-::-
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Hier bitte keine Fahrräder abstellen!

Gast

Erstellt: von Gast » 16.09.2010, 13:44

cool

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 06.05.2011, 03:17

Ich habe einen etwas älteren Artikel über die Suchewiedergefunden, der gut zum Thema passt.

Lernstrategie: Lieber schwere oder lieber leichte Stücke?

Ist leider zu viel um es mal eben hier hinein zu kopieren.

Gruß Mjchael
Zuletzt geändert von mjchael am 27.05.2011, 22:40, insgesamt 1-mal geändert.

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Erstellt: von mjchael » 08.08.2012, 16:57

Ähnlicher Artikel:

Frage zur Übungstaktik

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Caedo
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Erstellt: von Caedo » 04.12.2012, 19:35

Hallo Leute,
ich übe zur Zeit mit dieser Methode. Jetzt wollte ich eigene Akkordprogressionen miteinbeziehen und mich darüber nebenbei auch informieren.

Warum unterscheiden sich die Tonleitern hier teilweise von z.b. dieser Seite http://www.justchords.de/theory/progs.html#explain (Tabelle unten) ?

Dachte ich hätte das System mit den Kadenzen I II IV usw. verstanden , aber warum steht bei G Dur H7 als Akkord und in C Dur noch E7? Oder bei A Dur G#m?

Bitte um Rückmeldung.

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RollapS
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Erstellt: von RollapS » 04.12.2012, 20:57

Hallo,

du Ärmster ! Lass dich von dem Theoriekram nicht verrückt machen ! Wenn ich nach dieser
Seite etwas über Akkordfolgen in meiner Anfangszeit hätte lernen müssen, wäre die Gitarre
wohl spätestens nach ein paar Wochen im Ofen gelandet.
Ich habe viele Lieder nachgespielt und im Laufe der Zeit gelernt, was passt oder eben nicht.

Ein Tipp zum Rumprobieren :

http://www.hochweber.ch/theorie/C-verwandt/einfuehrung.html

Have fun not trouble !
Von nix kommt nix !

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 04.12.2012, 22:30

Warum E7 in der C-Dur-Tonleiter auftaucht, dazu 2 Erklärungen.

Ein Dur7er Akkord kann überall auftauchen, auch wo man ihn erst mal von der einfachen Tonleiter her nicht erwartet.
Das Schlagwort dazu lautet Zwischendominante.
http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_L ... ndominante
Hier im besonderen Fall leitet die Zwischendominante zur Moll-Parallele Am weiter. Da kommt noch mit hinzu, dass bei Moll-Tonarten die Ausnahme der Zwischendominante schon fast zur Regel wird.
http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_D ... Mollkadenz
Und das funktioniert auch, wenn man in der C-Dur-Tonleiter von Em nach Am weiterleitet.

Mit den beiden Schlagwörtern "Zwischendominante" und "Dominante einer Moll-Tonart" kannst du dir das E7 in der C-Dur-Tonleiter, und das H7 in der G-Dur-Tonleiter leicht erklären.

Die Akkorde, die man laut Quintenzirkel findet, sind die Akkorde, die am häufigsten zusammen anzutreffen sind (wenn du nicht gerade Free-Jazz spielst).
Aber es gibt halt Ausnahmen, von denen einige recht exotisch sind, andere dagegen ziemlich häufig anzutreffen sind.

Einige davon habe ich hier zusammengefasst:
Was ist das ganz normale?
[Workshop] Akkordfolgen und Akkordprogressionen

Was sind typische Ausnahmen?
[Tutorial] Typische Tonleiter-fremde Akkorde

Praktische Anwendung
[url=https://www.gitarre-spielen-lernen.de/forum/ftopic20365.html[Workshop]Eine Akkordfolge erweitern[/url]

Damit dürftest du eine Weile zu tun haben, und viele deiner Fragen werden beantwortet.
Findest du alles bei:
Startseite » Workshops und Tutorials » Bild Unsere Projekte - Workshop- und Tutorial-Sammlung

Auf G#m in der Tonart A habe ich gerade keine gescheite Antwort. Ich würde dort ein G#m7b5 erwarten. Aber wenns gut klingt, frag ich da nicht weiter nach, und nehme es einfach als eine Ausnahme hin.

Moment, da fällt mir was ein:
Typische Akkorde von A-Dur
D A E(7) Hm F#m C#m (C#7) G#m7b5
Würdest du im Quintenzirkel eine Tonart weiter rücken, dann erhältst du die Akkorde:
A E H(7) F#m C#m G#m D#m7b5
Wenn man sich einzelne Töne aus einer anderen Tonart ausleiht, und es handelt sich ausnahmsweise mal nicht um eine Zwischendominante, dann nennt man das Modal-Interchance.
Was in etwa heißt, man hat eben mal den Modus eines Akkordes ausgetauscht.
Hier von G#m7b5 (modus = locrisch) nach G#m (modus = phrygisch)
Diese Bezeichnung wendet man gerne dann an, wenn man mit seinem übrigen Latein am Ende ist. =)=)=

Letztlich gilt aber, erlaubt ist, was gefällt. Und so lange es gut klingt, ist es egal, was man macht.
Nur wenn es nicht klingt, ist es gut, sich wieder auf die Regeln zu besinnen.
Alles was gut klingt, aber man weiß nicht genau warum, ist halt erst mal eine Ausnahme.
Wenn die Ausnahme häufiger vorkommt, dann schaut man mal nach, ob es dafür nicht auch eine Regel gibt.

Dem ganzen einen Namen zu geben dient ja auch nur dazu, um etwas, was gut klingt zu bezeichnen, damit man sich mit anderen darüber unterhalten kann, und damit man es gegebenenfalls auch mal in einem anderen Zusammenhang wiederentdeckt, oder selbst irgendwo einsetzt.

Ich hoffe das hilft dir weiter.

Gruß Mjchael

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Caedo
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Erstellt: von Caedo » 05.12.2012, 00:39

Wow, Danke für die Antworten (sehr ausführlich) !

Der Thread mit den Akkordprogressionen habe ich mir auch schon das ein oder andere Mal zu Gemüte geführt. ;)
Also die 7er Akkorde kann man also wohl immer einsetzen und es gibt auch manchmal Ausnahmen die man Modulationen nennt, alles klar.

Mein Ziel ist es, wie in der Übung beschrieben, sämtliche Grundakkorde mit kleineren Erweiterungen flüssig spielen zu können.
Dazu habe ich mir auch Liederlisten erstellt, aber es kommen doch ziemlich selten Akkorde vor bei denen Übungsbedarf herrscht (liegt nicht daran das ich besonders gut bin, sondern es sind meistens nur die absoluten Grundakkorde); ich rede von Hm, G#m, F#m, E7, usw. die selten sind.

Deshalb wollte ich mir eigene Akkordfolgen zusammenbasteln um gezielt nebenbei die schwierigeren Akkorde zu üben.

Nach dem recherchieren, bin ich auf die Kadenzen gestoßen mit dem Tonika,Subdominaten und Dominanten- Schema.

Letztendlich habe ich mir jetzt ein paar Akkordfolgen über die Wikibooks Seite kopiert (sprich: Pachibel-Folge, Pop-Folge, etc.) die ich auf verschiedene Dur Kadenzen anwende.
Damit habe ich hoffentlich alle Grundakkorde abgedeckt, welche ich mit den erstellten Folgen üben kann.

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 05.12.2012, 04:12

Das sind lange nicht alle möglichen Akkordfolgen, sondern nur die häufigsten.
Solltest du noch irgendwo andere Beispiele finden, (egal ob für hier dieses Forum oder für die Wikibooks) nur her damit.
Ich suche selbst ständig nach irgendwelchen Beispielen.

und ich bin ständig dabei, Beispiele zu erweitern, oder neue "typische" Sachen mit in irgendeine Liste aufzunehmen.

Bei einer Modulation spricht man nur, wenn man über längere Zeit die Tonart wechselt.
Eigentlich auch nur dann, wenn man mit einer bestimmten Akkordfolge von eine in die andere Tonart überleitet.

Ansonsten spricht man eher von einer Ausweichung (wenn es sich nur um einen oder zwei Takte handelt)

Oder um einen Modal-Interchange, wenn der Akkord zwar zur gerade gespielten Tonart passt, aber die Töne aus einer anderen Tonart kommen. (wenn ein anderer Modus gespielt wird, als üblicherweise erwartet.)

Eigentlich ist auch jede Zwischendominante ein Modal-Interchange, aber wenn die Zwischendominante zum nächsten Akkord weiterleitet (meist eine Quinte abwärts), nennt man es nicht so, sondern eben Zwischendominante. Und in einer Moll-Tonart eben die Dominante der Molltonart, weil die Sachen dann doch wieder zu speziell sind, um das mit einem zu allgemein gehaltenen Modal-Interchange zu bezeichnen.

Die Dominante ist die Regel als 5. Stufe der Dur-Tonart.
Als 5. Stufe der Moll-Tonart kommt es wieder so häufig vor, dass es eher die Regel, als die Ausnahme ist.
Als Zwischendominante ist es eine Ausnahme, die aber ziemlich regelmäßig hier und da mal auftaucht.
Ein modaler Interchange ist eher die Ausnahme, die man eher selten antrifft (gemessen an allen Liedern die man in den handelsüblichen Liederbüchern findet.)

Wenn du sämtliche Grund-Akkorde spielen möchtest, dann würde sich einige Grundübungen im Jazz anbieten.

In den nächsten Tagen schreibe ich vielleicht mehr dazu. Denn es gibt ein paar ganz nette Übungen, die man durch alle Akkorde und alle Tonarten durchziehen kann.
Werde mir morgen oder Übermorgen was einfallen lassen. (Ne, Morgen nicht! Morgen ist Nikolausfeier, wo ich Musik mache. Zwar ganz einfache Sachen, aber die muss ich trotzdem vorbereiten.)

Gruß Mjchael

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Erstellt: von Caedo » 05.12.2012, 15:36

Bitte blos nicht zu viele Umstände machen!

Ich stelle mal meine, noch sehr kleine, Liederliste gerne rein, auch wenn ich mir nicht sicher bin ob sie so richtig ist.


Nachtrag(ohne Gewähr für Richtigkeit!):

Akkordfolgen nebenbei zum Üben:
1451 (Klassische Dur Kadenz)
125'1
1564 (Pop)
1645 (50's progression)
1563-4145' (Pachelbel)

C Dur (A Moll): C Dm Em F G(7) Am //E7
Im Wagen vor mir - Henry Valentino
Let it be - Beatles
Morning has broken
Angie - Rolling Stones
Dust in the wind - Kansas
Have you ever seen the rain - CCR
Looking out my backdoor - CCR
Sound of silence - Simon and Garfunkel
Hotel california - eagles
November rain - Guns n roses
Über den Wolken - Reinhard May

G Dur (E Moll): G Am Hm C D(7) Em //H7

Country roads - John Denver
Ring of fire - Johnny Cash
American pie - Don Mclean
Can you feel the love tonight - Elton John
Knocking on heaven's door - Guns n Roses
Livin on a prayer - Bon Jovi
Zombie - Cranberries

D Dur (H Moll): D Em F#m G A(7) Hm //F#7

Marmor Stein und Eisen bricht (DasDing1-S.80)
Bad moon rising - CCR
Breakfast at Tiffanys - Deep Blue Something
Ironic - Alanis Morisette
Because the night - Patti Smith
Far away - Slade

A Dur (F#Moll): A Hm C#m D E(7) F#m // G#m G#7

E Dur (C#Moll): E F#m G#m A H(7) C#m //C#7
Don't stop believing – Journey




Mh leider werden sie ohne Ultimate Guitar Verlinkung kopiert, hierfür nochmal im Anhang.


/Edit: Mit dem Forencode komm ich noch nicht so gut klar sorry!
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Zuletzt geändert von Caedo am 05.12.2012, 19:52, insgesamt 4-mal geändert.

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Erstellt: von mjchael » 05.12.2012, 15:42

Tu das!

Die "Umstände" kommen ja nicht nur dir, sondern allen Membern, und später auch mal allen Lesern der Wikibooks zugute.
Daher sind die Angaben so ausführlich.

Gruß Mjchael

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Erstellt: von Caedo » 07.12.2012, 00:34

Hallo,

ich wollte nur sagen das mir der Workshop Typische Tonleitern- Fremde Akkorde in der Hinsicht auf mein Problem durchaus weitergeholfen hat. (Zumindest "oberflächlich") :)


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Erstellt: von mjchael » 10.12.2012, 16:49

Konzept für ein Anfängerunterricht in der Liedbegleitung
die WIKI Books von Mjchael sind einfach erschlagend,

Das hatte jemand in einem anderen Gitarrenboard behauptet. Ich habe ihm daher das ganze 2-Monats-Konzept einmal aufgeschrieben, damit er sehen konnte, dass es gar nicht so viel ist.

Und da ich mir die Mühe schon mal gemacht habe, schreibe ich sie noch mal hier hin, damit sich Anfänger das Konzept kopieren können, oder angehende Gitarrenlehrer sich einen roten Faden für die ersten zwei Monaten haben.

Das Lagerfeuerdiplom ist zum Lesen möglicherweise extrem ausführlich. Aber du hast da einen Roten Faden, der sich auch leicht verfolgen lässt.

Wenn du mall all das Beiwerk weg lässt, dass man einem normalerweise mal eben zeigt, und nicht erklärt, dann wird alles extrem überschaubar.

1. Stunde:
Wechsel D-Dur A-Dur + 4/4-Schlag (Bass-Saiten und Melodiesaiten immer abwechseln
mögliche Lieder:
Dabei reicht es sich als Hausaufgabe ein Lied von den vielen möglichen rauszusuchen. Wer will darf natürlich auch mehr spielen.
2. Stunde
G-Dur kommt mit hinzu und der Westernschlag. (Evtl. noch der einfache 3/4-Schlag) Theorie: typische Dur-Kadenz.
mögliche Lieder:
3. Stunde
C-Dur-Akkord kommt mit hinzu und der Lagerfeuerschlag.
4. Stunde
Em-Akkord bzw. die Akkkordfolge G Em C D. Evtl. auch schon die Pop-Kadenz G D Em C (kann aber auch erst später bei einer Wiederholung gezeigt werden.) Lagerfeuerschlag wird weiter geübt.

Reihenfolge der Akkorde bleibt gleich, aber die Dauer variiert.

Die Popformel G D Em C (evtl. erst bei einer späteren Wiederholung)

Zusammengesetzte Akkordfolgen mit G Em C D und/oder G D Em C (evtl. erst bei einer späteren Wiederholung)

andere mit Em (evtl. erst bei einer späteren Wiederholung)

5. Stunde
Schneller Griffwechsel. Lagerfeuerschlag mit 2 Akkorden in einem Takt. Am besten mit der vorher schon geübten Akkordfolge G Em C D. Auch hier können die anderen Akkordfolgen, wo sich der schnelle Griffwechsel mit einem einfachen Griffwechsel ablöst, auch erst bei einer Wiederholung dran kommen.

6. Stunde
Der Am-Akkord. Theore: Moll-Parallele, 2-5-1-Schlusswendung

Beispiele für die 2-5-1-Schlusswendung mit den bekannten Akkorden:
  • Killed (Am) poor Laura (D) Foster. - You know you're bound to (G) die. (Tom Dooley)
  • (G) Auf der schwäbschen Eisenbahne (C) gibt’s gar viele (Am) Haltstatione (D) Schtuegart, Ulm und (G) Biberach...
  • (Am) harum di (D) dscharum di (G) schrum,(Die Leinweber)
  • And I (G) never will (Am) play THE WILD (D) ROVER no (G) more
  • Stiefel Am tragen oder D Schuh; Oder G ob... (Das Bürgerlied)
  • (Am) Ich will zu- (D) rück nach WESTER- (G) LAND
  • (Am) saying SOMETHING (D) STUPID like I (G) love you
  • and I (Am) mean it from the (D) bottom of my (G) heart (I just call to say I love you)
  • DON'T (Am) WORRY, (D) BE (G) HAPPY
  • (G) Wind Nordost Startbahn 0- (Am) 3 - (D) - bis hier hin hör ich die Mo- (G) toren (Über den Wolken)
Lieder mit Am:
7. Stunde:
Allgemeine Wiederholung, und einige Erweiterungen. Hier können nochmal schwere Griffwechsel wiederholt werden. Wechsel von G nach Am bzw. G nach A-Dur, oder Em-D. Es kann auf die Tücken beim schnellen Griffwechsel eingegangen werden. Wenn z.B. C D dasteht, aber C (C D) gespielt werden muss. Hier kann nochmal besonders auf die Pop-Kadenz eingegangen werden. Evtl. auch schon der Einsatz des Capo.

Beispiele für die Pop-Kadenz:
  • Its not (G) time to make a (D) change, just re- (Em) lax and take it (C) easy
  • When (G) I find myself in (D) times of trouble, (Em) mother Mary (C) comes to me (Let it be)
  • COUNTRY (G) ROADS, take me (D) home to the (Em) place I be- (C) long
  • (G) Oh ich (D) hab solche (Em) Sehnsucht (C) (Westerland)
  • (G) I won't hesi- (D) tate no more No (Em) more, it cannot (C) wait I’M YOURS
  • And (G) I (D) - (Em) Will (C) Always Love (G) You
Vermehrt "Sprünge" und nicht mehr so gleichmäßige Akkordfolgen. Sind ein paar Wiederholungen von oben mit dabei.


8. Stunde
Abschluss-Lektion für das Lagerfeuerdiplom (Lieder, die alle Akkorde der letzten Lektionen enthalten, und noch den schnellen Griffwechsel.). Theorie: Die Zwischendominante.
  • Ein Mann der sich Columbus nannt
  • Hoch auf dem gelben Wagen
  • American Pie (Don McLean) ©

    Sehr anspruchsvoll und ohne Textvorlage fast nicht zu spielen.

    (G D) Em Am C Em D -
    (G D) Em Am C Em C D -
    Em Am Em Am
    (C G) Am C D
    (G D)Em C D
    (G D) Em C D (G C)(G D)

    Ref: (G C)(G D)3x
    Em A Em D
    Strophe 2: G Am C Am Em D
    (G D) Em Am C Em A D -
    Em D Em D
    (C G) A C D
    (G D) Em C D Am C
    (G D) Em C D (G C)(G D)
    Wenn man vor diesem Lied "When you say
    nothing at all" geübt hat, dann geht der Refrain sehr einfach. Die
    Akkordfolge (G-D)-Em sowie (C-G)-Am bzw. (C-G)-A sollte man vorher zig
    mal hintereinander üben, bis man diese Akkordfolge mit schnellem
    Griffwechsel auswendig kann.

Mit Tricks schon spielbar (einzelne Akkorde müssen vereinfacht werden)

  • Boulevard of broken Dreams (Green Day) © Em G D A (mehrmals) Refrain C G D A (3x) C G H7- (H7 kann man zur Not auch mal als D
    ohne Ringfinger spielen, wenn dabei nur die unteren 3 Saiten
    angeschlagen werden). Beim C im Refrain nur zwei Abschläge ausführen und
    erst bei "shadow" wieder den Lagerfeuerschlag spielen.


Das ist nicht zu anspruchsvoll, und das Überfordert auch keinen sonderlich.
Und wenn du es dir mal anschaust, vermitteln diese 6 Akkorde und 4 Schlagmuster (incl. schnellem Griffwechsel) ein enormes Repertoire an Liedern, das für deine Schüler aber noch mal gesondert angepasst werden kann.
Diese Lektionen sind für 8 Wochen ausgelegt. Aber es kommt doch oft noch die eine oder andere Wiederholung mit hinzu, so dass es auch mal 10 Wochen werden können. Also ziemlich genau 2 Monate.

Gruß Mjchael

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