[Tutorial] Wann Moll- und wann Dur-Pentatonik

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Luchti
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[Tutorial] Wann Moll- und wann Dur-Pentatonik

Erstellt: von Luchti » 01.02.2010, 22:31

Wann dur und wann moll petatonik bitte so erklären das ich das versteh.
habe mir schon fast alles zum thema pentatonik in diesem forum angeguckt versteh den unterschied aber irgendwie nicht. :_::_:

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 01.02.2010, 22:51

Methode 1:
Tonartname = Pentatonikname.
Du willst über ein Lied mit nur einer Pentatonik improvisieren:

Ist das Lied in G-Dur nimmst du die G-Dur-Pentatonik.
Ist das Lied in C#-Moll dann nimmst du die C#-Moll-Pentatonik.

Methode 2:
Akkordname = Pentatonikname.
Du willst über jenen Akkord einzeln mit einer Pentatonik improvisieren: (vor allem wenn du mit Methode 1 nicht weiterkommst)

Ist der Akkord ein G-Dur nimmst du die G-Dur-Pentatonik.
Ist der Akkord ein C#-Moll dann nimmst du die C#-Moll-Pentatonik.

Methode 3:
Ein Blues mit Dur-Akkorden
Dur-Akkordname = Moll-Pentatonikname.
Ist der Akkord ein G-Dur nimmst du die G-Moll-Pentatonik.

Beim Moll-Blues bleibst du aber bei der Moll-Pentatonik. Blues ist halt oft traurig und schwermütig.

Also noch mal kurz
Tonleitername = Pentatonikname
Akkordname = Pentatonikname
Beim Blues
Akkordname = Moll-Pentatonikname (auch bei Dur-Akkorden)

Wann nimmt man was?
Wenn eine Pentatonik klappt und passt nimmt man die und bleibt bei der.
Vor allem um erst einmal zu üben. Achte darauf das die Lieder keine großen Wechsel haben.

Wann orientiert man sich an Akkorden?
Wenn man mit Methode 1 nicht weiter kommt.
Wenn ein einzelner Akkord aus der Reihe tanzt (z.B. Zwischendominante)
Wenn man sich gut an Barré-Akkorden orientieren kann (Blues-Schema + Moll-Pentatonik)
Ja und auch um erst einmal den Grundakkord einer Tonart zu bestimmen, wenn man bei einer Skala bleiben möchte.

Wann nimmt man die Blues-Skala?
Wenn sie sich gut anhört, verwendet man sie. Wenn sie sich nicht gut anhört, nimmt man halt wieder bei den Dur-Akkorden die Dur-Pentatonik.

Später kann man auch mal probieren mit einer Dur-Pentatonik zu starten, und dann, wo es passt zur Moll-Pentatonik zu wechseln. (Klappt oft bei Rock-Stücken, oder beim Wechsel zum Solo)

Schau dir ach mal folgenden Workshop an:
[tutorial] Impro: Grundton einer Penta vom Barrè ableiten

Und auf den Wikibooks gibt es eine reich bebilderte Zusammenfassung zur Pentatonik
Mehr als man für den Anfang braucht. Achte daher auf den Abschnit:
Beschränke dich Anfangs auf wenige Grundformen

Gruß Mjchael
Zuletzt geändert von mjchael am 18.11.2014, 18:58, insgesamt 2-mal geändert.

Luchti
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Erstellt: von Luchti » 02.02.2010, 02:10

Erst einmal Danke Für die schnelle Antwort
So sagen wir mal ich habe folgende akkord reinfolge welche pentatonik benutze ich bei

1.G,Am,C
2.E,A,D
3.Am,C,D
4.A,G,D
5.Em,G,C
6.E,A,H
7.C,D,Em,G
8.Hm,D,A

Bitte auch noch erklären warum ich die pentatonik benutze

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 02.02.2010, 03:31

Hm, ein Problem ist, dass du die Akkorde nicht immer in einer günstigen Reihenfolge aufschreibst.

1. G,Am,C
Da nimmst du entweder über jeden einzelnen Akkord die folgenden Pentatoniken:
G-Penta, Am-Penta, C-Penta
oder du bestimmst mittels Quintenzirkel die Tonart
C G D Am Em Hm gehören zu G-Dur
Also kannst du es auch nur mit der G-Pentatonik versuchen.

2.) E,A,D
Über die einzelnen Akkorde: E-Penta,A-Penta,D-Penta
Die Akkord E A und D gehören laut Quintenzirkel zu A-Dur.
du stellst aber E-Dur (also die Dominante) voran.
Über die Dominante wird mixolydisch improvisiert. Das ist aber Stoff für eine andere Lektion.
Da würde ich der Einfachheit halber nicht nach einer einzigen Pentatonik für das ganze Stück suchen, sondern nur bei den Akkord=Pentatoniken. (also jeder seine eigene.)
Wenn die Reihenfolge der Akkorde nicht wichtig ist, dann handelt es sich wie gesagt um A-Dur, wo du die A-Penta nimmst.
Grund: Quintenzirkel:
D A E Bm F#m C#m = A-Dur

3.) Am,C,D
Eine einzige komplette Penta ist hier problematisch.
Es kann Am Sein. Aber in Am kommt laut Quintenzirkel kein D-Dur vor. Wenn D-Dur doch mit vorkommt, dann ist es hier eine Doppeldominante, die üblicherweise nach G-Dur weiterleitet. Das ist aber wieder Stoff für eine andere Lektion. (Am-Tonleiter wo sich mal ein D-Dur eingeschlichen hat) Wenn es so ist, dann nimm die Am-Penta
Es könnte Am-Dorisch sein, auch dann nimmt man die Am-Penta
Aber besser ist es dann, A-dorisch zu spielen, und man nimmt dazu das Tonmaterial der G-Dur-Tonleiter, bei der Am die 2. Akkordstufe ist.
Wenn die Reihenfolge wieder egal ist, dan gehören die Akkorde zur G-Dur-Tonleiter, und es müsste die G-Dur-Pentatonik genommen werden. Untybisch ist aber hier, dass G-Dur oder die Mollparellele Em fehlt.
Quintenzirkel
C G D Am Em Hm = G-Dur-Tonleiter = G-Penta
Bei so was kann man gut für jeden Akkord seine eigene Pentatonik nehmen.

4.) A,G,D
Die Akkorde A G D passen zur D-Dur-Tonleiter.
Wieder blöd, dass du A-Dur (also die Dominante) vorangestellt hast. Wenn die Reihenfolge nicht so wichtig ist, dann nimmst du die D-Penta. Wenn die Reihenfolge wichtig ist, dann hast du A-mixolydisch (weil die Dominante vorangestellt wurde). Da könntest du dann mit dem Tonmaterial der D-Dur-Tonleiter drüber improvisieren. Aber das gehörte ja nicht zum Thema Pentatoniken. Also nimmst du am besten für jeden Akkord eine eigene Pentatonik.
G D A Em Hm F#m = D-Dur (wieder Quintenzirkel)

5.) Em,G,C
Über die einzelnen Akkorde: Em-Penta,G-Penta,C-Penta
Über das ganze Stück: Sieht nach Em aus also Em--Penta
C G D Am Em Hm (H7) = G-Dur oder Mollparallele E-Moll

6.) E,A,H
Über die einzelnen Akkorde: E-Penta,A-Penta,H-Penta
Über das ganze Stück: E-Penta
A E H F#m C#m G#m = E-Dur (Quintenzirkel)

7.) C,D,Em,G
Über die einzelnen Akkorde: C-Penta,D-Penta,Em-Penta,G-Penta
Über das ganze Stück: G-Penta

8.) Hm,D,A
Über die einzelnen Akkorde: Hm-Penta,D-Penta,A-Penta
Über das ganze Stück: Hm-Penta
G D A Em Hm F#m = D-Dur bzw. Hm (Mollparallele)

Die nächsten Sachen führst du selbst aus.
Es sieht ja so aus, als ob ich deine Hausaufgaben mache. ;)
So schwer ist das ja nun auch nicht.
Und lerne endlich mal den Quintenzirkel auswendig!

Gruß Mjchael
Zuletzt geändert von mjchael am 25.04.2011, 09:53, insgesamt 3-mal geändert.

sergi
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Erstellt: von sergi » 04.02.2010, 01:29

wie schlimm ist dass wenn man hier nur bahnhof versteht ?

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Erstellt: von mjchael » 04.02.2010, 08:42

Was ist den daran so schwer?

Wenn du eine Pentatonik für ein ganzes Stück zum improvisieren suchst,
dann findest du zuerst die Tonart des Stückes heraus.
Sobald du die Tonart des Stückes hast, dann hast du auch die Pentatonik, die du für das Stück nehmen kannst. (Sie ist nämlich gleich. Steht das stück in F#m, dann nimmst du eben die F#m-Pentatonik.)

Daran ist nix schwer.

Wenn du nicht weißt, wie man die Tonart eines Stückes ermittelt, dann setze dich mit dem Quintenzirkel auseinander. Der Link dazu wurde angegeben.
Wenn du mit dem Quintenzirkel nicht klar kommst, dann stelle eine Frage im Musik-Theorie-Forum!


Wenn du meinst, eine Pentatonik reicht für ein Stück nicht aus, dann kannst du immer noch für jeden einzelnen Akkord die Pentatonik nehmen, die genau so heißt wie der Akkord. Mit dieser Pentatonik wird natürlich nur über den jeweiligen Akkord spielt, und die Pentatonik wechselt mit jedem neuen Akkord. (Dafür ist auch nicht viel Intelligenz nötig)

Was ist denn da ran schwer?
G-Dur-Akkord = G-Dur Pentatonik
Dm-Akkord = Dm-Pentatonik
Jetzt sag mir doch mal, was da ran schwer sein soll?

Kapierst du es vielleicht nicht, weil es so einfach ist, und du dir die Sache selber komplizierter machst als sie ist?

Es gibt nur eine Ausnahme beim Blues, wo man immer nur eine Moll-Pentatonik nimmt, egal, ob der Akkord in Dur- oder Moll steht.
Das ist zwar eine Ausnahme, aber auch die ist echt nicht schwer.
C-Dur-Akkord beim Blues = C-Moll-Pentatonik (Ausnahme beim Blues)

Die Frage, wann man die Blues-Pentatonik oder die Dur-Pentatonik nimmt, ermittelt man über Versuch und Irrtum. Wenn sich die Blues-Pentatonik (Mollpenta über Dur-Akkord) gut anhört, dann verwendest du sie halt weiter. Wenn sie nicht passt, nimmst du standardmäßig die Dur-Pentatonik.

A-Moll-Akkord beim Blues = A-Moll-Pentatonik (beim Mollblues ist wieder alles normal: Akkordname = Pentatonikname.)

Beim Blues kommen später noch die Blue-Notes mit hinzu, mit denen du dich näher auseinandersetzen müsstest. Aber die Zuordnung bleibt ganz einfach.

Gesamte Tonart oder Akkordname = Pentatonikname
Dur-Blues = gleichnamige Moll-Pentatonik

Das ist echt alles.

Ist das wirklich so schwer?
Also ich weiß es echt nicht!

Fällt sonst noch irgendjemand ein, wie man es NOCH einfacher erklären kann?
Ich bin nämlich mit meinem Latein am Ende.

Gruß Mjchael
Zuletzt geändert von mjchael am 25.04.2011, 10:00, insgesamt 3-mal geändert.

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AlBundy
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Erstellt: von AlBundy » 04.02.2010, 09:13

Ich frage jetzt nur ungern nach?

Ist es nicht so, dass man beim C-Dur-Blues die Am-Pentatonik nehmen müsste?

:lol:

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 04.02.2010, 14:14

Wenn du bei einem C-Dur-Akkord die C-Pentatonik verwendest, dann gebrauchst du die Töne
C D E - G A -

Wenn du beim C-Dur-Akkord die Am-Pentatonik verwendest, dann nimmst du die Töne
A - C D E - G

Merkst du was?
Die Am-Pentatonik hat sie selben Töne wie die C-Dur-Pentatonik.

Da du aber einen C-Dur-Akkord hast, nennst du die Pentatonik immer C-Dur-Pentatonik, und nicht A-Moll-Pentatonik.

Das Hintergrundwissen, dass beide Pentatoniken über das gleiche Tonmaterial verfügen, mag dir nur als Lehrnhilfe dienen, mehr aber auch nicht.

Bei einem Blues über einen C-Dur-Akkord verwendet man jedoch die C-Moll-Pentatonik.

Gruß Mjchael
Zuletzt geändert von mjchael am 22.02.2011, 21:36, insgesamt 1-mal geändert.

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Pentatonik, schon wieder

Erstellt: von FrankNrw-1 » 22.02.2011, 12:37

Guten Tag zusammen, guten Tag Mjchael,


offensichtlich bist du aufgrund der vielen Fragen -oder der wiederholten Fragen- ein wenig angenervt.

Aber trotzdem hast du hier eine geniale Zusammenfassung hingelegt, die gut verständlich ist.

Mir haben deine "leicht angenervten" Zeilen sehr geholfen.

Auf einen Schlag gabe es für mich eine Menge Antworten, auf Fragen, die ich mir schon länger gestellt habe.

Vielen Dank.

Bis bald mal.

Gruß
Frank
But it's all right now, I learned my lesson well.
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Erstellt: von mjchael » 22.02.2011, 15:33

Was dir angenervt vorkommt, war, als ich es geschrieben habe nicht so gemeint, wie es vielleicht rübergekommen ist. Es sollte hier nur eine etwas deutlichere Sprache sein, damit sich die Leute die Sache nicht komplizierter machen als sie eigentlich ist.

Manchen Leuten muss man einmal aufs Butterbrot schmieren, das die Sache viel einfacher ist, als sie denken, und dass sie die ganze Sache nur selber kompliziert machen.

Lese die Sachen nicht so, als sei ich angenervt, sondern lese sie Sache mal so, als wolle ich meine Stimme erheben, damit dadurch die Aufmerksamkeit und Lernbereitschaft des Lesers angestachelt wird.

Das Problem, das zusätzlich in den Thread mit hineingetragen wurde, ist, dass die Akkorde mehrfach nicht in einer günstigen Reihenfolge dargestellt wurden, so dass es schwerer war, die eigentliche Tonart zu bestimmen. Das liegt aber nicht an meiner Erklärung, sondern an der etwas ungeschickten Aufgabenstellung "DIE NICHT VON MIR KAM".

Wenn mich was ärgert, dann nur, das die Leute Fragen stellen, es nicht kapieren, aber auch nicht das durchlesen, was man einen vorschlägt, und auch nicht mal darüber nachdenken, was da eigentlich geschrieben steht.
Da müssen einige halt ein paar mal mit der Nase draufgestoßen werden, damit sie endlich mal den Artikel über den Quintenzirkellesen und lernen, und damit sie dann nicht nur Bahnhof verstehen.

Und natürlich habe ich auch die Leser im Auge, die den Artikel lesen (erste Post von mir) und dann hinterher hören, dass andere nur Bahnhof verstehen, und die dann glauben, dass alles viel zu kompliziert ist, und sich dann nicht mehr die Mühe machen, die Sache noch einmal durchzulesen, und zu erkennen: "Mensch die Sache ist ja gar nicht so schwer, wie ich sie mir vorgestellt habe."

Letztlich wiederholte ich ja nur das, was ich hier bei meinem ersten Post geschrieben habe.
Gruß Mjchael

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PacoCasanovas
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Erstellt: von PacoCasanovas » 25.04.2011, 09:09

Hallo zusammen

Ich hab zu diesem Thema vor Jahren einen kleinen Workshop geschrieben. Mir ging es aber nicht darum wie man Moll oder Dur Pentatoniken voneinander trennt, sondern wie man sie verbindet.

http://www.pacocasanovas.ch/dmpenta.pdf inkl. MP3
http:// www.pacocasanovas.ch/beispiele-durmollpenta.mp3 oder Dur-Moll-Skala in Grundstellung: http://www.pacocasanovas.ch/durmollpenta2.mp3

Ist vermutlich eher für Fortgeschrittene gedacht. Deshalb nun einfach von vorne....



Gerade im Blues haben beide, sowohl Dur- als auch Moll-Pentatonik Ihre Berechtigung. Als ideales Beispiel dazu dient der alte Klassiker "Hideaway" von Freddy King http://www.youtube.com/watch?v=rbqtnNorgQA

Als Grundsatz könnte gelten:

einfacher Dominat-Blues in A
Akkorde-Schema

A7 / A7 / A7 / A7 /
D7 / D7 / A7 / A7 /
E7 / D7 / A 7/ A7 (E7) /

Drei Akkorde, A als Tonika, D als Subdominante und E als Dominante

Nach Freddy's Beispiel ginge nun:

- A Dur- und Moll Pentatonik über der Tonika

- A Moll-Pentatonik über der Subdominante (da würde sich die Durterz zu fest reiben, die hätte da die Funktion der grossen Septime (C#), reibt sich zu stark an der kleinen Septime des D7 Akkordes.

- A-Dur und Moll Pentatonik über der Dominate

Wichtig beim Improvisieren mit dem pentatonischen Material, ist das Loslassen der Skalenstruktur. Improvisieren ist Melodienspielen. Klar, das klingt nun ganz einfach gesagt, ist aber auch einfach.... dazu ein kleiner Trick. Phrasen spielen. Kleine Phrasen, die die wesentlichen Unterschiede der beiden Pentatoniken verdeutlichen.
Und das ist ganz simpel wenn man sich erstmal einfach auf das Wesentliche fokusiert. Die Terzen der Dur- und Moll-Pentatonik....

Beim erwähnten A-Blues darf die Terz in der Tonika gross und klein sein. Man kann hier beide Terzen mittels Pull-Offs von der kleinen zur grossen Terz anspielen, oder auch benden.....

In der Subdominante kriegt die Moll-Terz eine Akkordton-Funktion, der der kleinen Septime des D7-Akkordes. Hier würde die DurTerz zuviel Unruhe ins Klangbild bringen.

In der Dominante hingegen klingen beide Terzen etwas befremdet, was damit zu tun hat, dass die Moll-Terz nun ein kleine Sexte des E7-Akkordes oder mit die DurTerz die Sexte des E7-Akkordes wäre....hörtechnisch zieht dieser Ton sich aber zu einem Akkordton hin, der kleinen Sept von E7.

Wir lernen: Töne können unter verschiedenen Akkorden, verschiedene Funktionen bekommen, können zu anderen Tönen hinleiten, es kommt zu Spannungen.

Das ist das Leben, hier beginnt das musikalische Hören.....

Ich lasse diesen ganzen theoretischen Kram mal einfach so stehen.....am besten verdeutlichen lässt sich diese Sache in Bildern mit Ton. Ich werde dazu ein kleines Video drehen und es hier hochstellen.

Bis später & Gruss
Paco

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 25.04.2011, 10:04

:D schöne PDF und schönes Tutorial ()/
Ich freue mich schon auf das Video!

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PacoCasanovas
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Erstellt: von PacoCasanovas » 25.04.2011, 10:20

@ Mjchael: Ich werde es heute noch hochstellen (versprochen). jetzt gehe ich aber erst ne Runde "biken"...es ist traumhaft schönes Wetter draussen....

Bis später....

VG
Paco

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PacoCasanovas
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Erstellt: von PacoCasanovas » 25.04.2011, 20:07

Bingo....Video liegt hier: http://www.youtube.com/watch?v=zy3bmTHeYi0

Bin ein schlechter Erzähler (vermutlich auch etwas kamerascheu) deshalb bleibt es recht kurz...
Es geht um Phrasenspiel. Theorie dazu siehe in meinem Beitrag oben....

VG
Paco

PS: Wer einfach ein bisschen Gitarre sehen will....Blues Dur/Moll-Pentatonik plus ein paar weitere (verbotene) Töne in Aktion: http://www.youtube.com/watch?v=FyTHY6rcPp0&NR=1 :lol:
Ach...ich bin kein Linkshändler, die doofe Kamera in meinem MacBookPro zeigt alles spiegelverkehrt...könnte man irgendwo einstellen, bin aber nicht so der Spezialist für solche Sachen. ;)

Greifbar
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Erstellt: von Greifbar » 16.05.2011, 20:38

das zweite video is super^^

hast auf jeden fall sehr geile licks und phrasen dabei.

Thumbs up ;)

Enusire
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Erstellt: von Enusire » 14.11.2014, 09:42

Hallo zusammen,

ich grabe jetzt mal einen älteren Thread aus, zu dem ich ein paar Fragen habe. Danke für Eure Hilfe.

mjchael hat geschrieben:...
Du willst über jeden Akkord einzeln mit einer Pentatonik improvisieren:

Ist der Akkord ein G-Dur nimmst du die G-Dur-Pentatonik.
Ist der Akkord ein C#-Moll dann nimmst du die C#-Moll-Pentatonik.


Das ist sehr verständlich. Hört sich etwas hektisch an (vor allem bei schnellen Akkordwechseln), aber somit ist man immer bei der richtigen Skala, die auch gut zu dem Akkord klingt.

Aber ich frage mich, wie ich das in der Praxis umsetze...

Vor allem bei Akkorden in der gleichen Tonart. Ich gebe mal ein Beispiel:

Was haltet ihr von folgendem Ansatz? (Tipps sind gerne erwünscht!)
Angenommen ein Akkordwechsel von Em zu G-Dur in der Tonart G-Dur.

Akkord Em -> ich spiel zB im 12. Bund die Em Pentatonik.
Akkord G -> ich bleibe im 12. Bund auch im gleichen Muster/Pattern, nur ich lege meine Akzente anders, eben eher auf das tonale Zentrum G.

Mal ganz ehrlich. Fällt das nicht erst dann ins Gewicht, wenn ich längere Zeit zum Improvisieren habe? Also wenn man zB 2 Takte einen Em-Akkord spielt, dann lege ich die Schwerpunkte/Akzente eben auf den Ton E und danach zB zwei Takte auf dem G-Akkord, wo ich dann meine Schwerpunkte/Akzente auf das G lege - zB im gleichen Muster (12. Bund). Da verstehe ich es ja, aber wenn es schnelle Akkordwechsel sind, schätze ich, dass es gar nicht auffällt, wenn ich rein theoretisch einfach nur über beide Akkorde, Em und G, die Em-Pentatonik spiele, ohne darüber viel nachzudenken, was ich jetzt betone oder akzentuiere...

oder spielt man beim Akkord Em im 12. Bund die Em-Pentatonik und dann wechselt man ganz klassisch beim G-Dur Akkord in den 3. Bund und spielt dort dann die G-Dur-Pentatonik? (eine zugegebener Maßen etwas blöde Frage…)

Ich weiß natürlich, erlaubt ist was gefällt, aber wie handhabt ihr das bei euren Improvisationen?

Die beiden Pentatoniken G-Dur und Em haben die gleiche Töne, die gleichen Fingersätze. Das Einzigste was die beiden wirklich unterscheidet, ist doch, wo ich eben mein tonales Zentrum setze, oder?

Danke für Eure Zeit und Mühe!

Liebe Grüße,
Enusire
Zuletzt geändert von Enusire am 14.11.2014, 10:20, insgesamt 3-mal geändert.

Enusire
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Erstellt: von Enusire » 14.11.2014, 10:15

Ergänzend zu meiner obigen Frage noch eine zweite Frage.

Wenn man dem Vorschlag von mjchael nachgeht:

mjchael hat geschrieben: ...
Du willst über jeden Akkord einzeln mit einer Pentatonik improvisieren:

Ist der Akkord ein G-Dur nimmst du die G-Dur-Pentatonik.
Ist der Akkord ein C#-Moll dann nimmst du die C#-Moll-Pentatonik.


ist es dann nicht sinnvoll, sich eine Lage auszusuchen, sagen wir einfach mal zB den 7. Bund (ohne irgendwelche Hintergründe) und da schaue ich dann, dass ich in diesem Bereich meine Improvisation spiele.
Also wenn ich die G-Dur-Pentatonik über einen G-Dur-Akkord spiele, dann schaue ich, welches Muster/Pattern die G-Dur-Pentatonik in der Umgebung des 7. Bundes hat und spiele dieses. Dann beim nächsten Akkord, zB C#m, schaue ich, welches Muster/Pattern meine C#m-Pentatonik im Bereich des 7. Bundes hat, usw.
Das hätte den Vorteil, dass ich mich auf dem Griffbrett nicht weit hin und her bewegen müsste und alles in der Nähe ist beim Improvisieren..

Wie macht ihr das so?

Das sind gerade Gedanken, die ich "laut ausspreche". Ich habe selber immer nur eine Pentatonik genommen um über eine Akkordabfolge zu spielen, einzigste Ausnahme war vielleicht bei einem Akkord, der nicht in die Tonart gepasst hat. Ich bin dankbar für Erfahrungen und Tipps.

Vielen Dank dafür. ()/

everyBlues
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Erstellt: von everyBlues » 14.11.2014, 12:25

mjchael hat geschrieben:,
Manchen Leuten muss man einmal aufs Butterbrot schmieren, das die Sache viel einfacher ist, als sie denken, und dass sie die ganze Sache nur selber kompliziert machen.


Juup, so ist das. Man macht sich Probleme wo keine sind. Aber, mjchael, Du erklärst das schon ganz gut.

everyBlues
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Erstellt: von everyBlues » 14.11.2014, 12:29

PacoCasanovas hat geschrieben:Hallo zusammen

Ich hab zu diesem Thema vor Jahren einen kleinen Workshop geschrieben. Mir ging es aber nicht darum wie man Moll oder Dur Pentatoniken voneinander trennt, sondern wie man sie verbindet.

http://www.pacocasanovas.ch/dmpenta.pdf inkl. MP3
http:// www.pacocasanovas.ch/beispiele-durmollpenta.mp3 oder Dur-Moll-Skala in Grundstellung: http://www.pacocasanovas.ch/durmollpenta2.mp3

Ist vermutlich eher für Fortgeschrittene gedacht. Deshalb nun einfach von vorne....


Mache das auch gern so, ich verbinde beide. Hätte mir das gerne angesehen, bekomme aber ein " 404 Not Found".

edit.: da fällt mir gerade auf, der thread ist von 2011. :D.

Enusire
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Erstellt: von Enusire » 14.11.2014, 12:50

everyBlues hat geschrieben:edit.: da fällt mir gerade auf, der thread ist von 2011. :D.


Ja, ich hab ihn nochmal zum Leben erweckt, weil ich zu dem Thema ein paar Fragen habe.^^
Zuletzt geändert von Enusire am 14.11.2014, 13:10, insgesamt 1-mal geändert.

everyBlues
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Erstellt: von everyBlues » 14.11.2014, 12:51

Enusire hat geschrieben:Ich weiß natürlich, erlaubt ist was gefällt, aber wie handhabt ihr das bei euren Improvisationen?
...............
Die beiden Pentatoniken G-Dur und Em haben die gleiche Töne, die gleichen Fingersätze. Das Einzigste was die beiden wirklich unterscheidet, ist doch, wo ich eben mein tonales Zentrum setze, oder?


Ja so sehe ich das auch Enusire. Es sei denn Du wechselst inerhalb einer Tonart. Also von G Moll zu G dur. Dann ändert sich der Fingersatz, aber auch nicht unbedingt die lage.

everyBlues
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Erstellt: von everyBlues » 14.11.2014, 12:55

Enusire hat geschrieben:,
ist es dann nicht sinnvoll, sich eine Lage auszusuchen, sagen wir einfach mal zB den 7. Bund (ohne irgendwelche Hintergründe) und da schaue ich dann, dass ich in diesem Bereich meine Improvisation spiele.
Also wenn ich die G-Dur-Pentatonik über einen G-Dur-Akkord spiele, dann schaue ich, welches Muster/Pattern die G-Dur-Pentatonik in der Umgebung des 7. Bundes hat und spiele dieses. Dann beim nächsten Akkord, zB C#m, schaue ich, welches Muster/Pattern meine C#m-Pentatonik im Bereich des 7. Bundes hat, usw.
Das hätte den Vorteil, dass ich mich auf dem Griffbrett nicht weit hin und her bewegen müsste und alles in der Nähe ist beim Improvisieren..


Juup, kann man so machen. Vorausgesetzt man kennt alle 5 Pattern auswendig und hat sie verinnerlicht. So kann man in ein und der selben Lage über mehre Tonarten spielen.

Enusire hat geschrieben:,
Wie macht ihr das so?


Ich, nicht viel anders als Du. ;)

Enusire
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Erstellt: von Enusire » 17.11.2014, 15:00

Sonst noch jemand da, der was dazu sagen kann? /]-=

everyBlues
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Erstellt: von everyBlues » 17.11.2014, 17:00

Um was gehts Dir denn eigentlich?

(vielleicht noch mal einen neuen thread aufmachen)

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Erstellt: von mjchael » 17.11.2014, 19:28

Wenn du dir die Zusammenfassung zu der Pentatonik anschaust:

http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_P ... assungen_1

Da siehst du, dass man viele Pentatoniken von den Barré-Akkordformen ableiten kann.
Das ist doch ziemlich praktisch. Kenne ich die Barré-Akkord-Form, dann kenne ich auch die Pentatonik, und weiß, wo sie hingehört.

zum anderen: Du schreibst, dass man bei G und Em lieber nur eine Skala nimmt.
Schaue dir mal die Regel an:
Pentatonik-Name = Tonart-Name, wenn man bei einem Stück nur eine Pentatonik verwenden will.

Merkst du was? Du spielst die erste Methode gegen die zweite aus.
Dass man hinterher, wenn man alles gut beherrscht, nicht mehr ganz so auf die Eselsbrücke "Akkordform = Pentatonikform" zurückgreifen muss, sollte einem eigentlich klar sein. Aber selbst für die, die wild über das Griffbrett hüpfen, die machen eigentlich nichts anderes. Sie wechseln halt in eine anderen Lage, wo man normalerweise eine andere Barré-Akkordform greift. Und um zu wissen, was der da gerade spielt, ist wieder die Herleitung über die Barré-Akkorde ganz hilfreich.

Die Frage lautet eigentlich immer: Wo ist der nächste Grundton? Aber es ist meist einfacher, den Barré-Akkord an einer bestimmten Stelle zu bestimmen, als den entsprechenden einzelnen Ton auf dem Griffbrett. Eines greift halt ins andere.

Der zweite Teil (Akkord = Pentatonik) ist vor allem da sinnvoll wo man mit der Methode "Pentatonik-Name = Tonleitername" nicht weiter kommt. Wo beispielsweise ein Akkord aus dem Dur- und Moll-Schema herausfällt. So lange es klappt und gut klingt, kannst du bei der gerade vorherrschenden Tonart bleiben, und brauchst die Lage nicht zu wechseln.
Wenn aber mal eine Zwischendominante dazwischen kommt (ein 7er-Akkord der da auftaucht, wo man ihn erstmal nicht erwartet), da hilft dir dann die Faustformel: "Akkordname = Pentatonikname" weiter.

Ach ja, und natürlich die "Pentatonik vom Barré-Akkord ableiten". Wer das beherrscht, für den geht das ganz automatisch.
Ist z.B. nützlich beim Stop-Blues (Google mal nach F-Stop-Blues z.B. von Otto Walkes)

Je mehr du über die Musik weißt, desto mehr Möglichkeiten hast du natürlich.
Aber die Faustformeln helfen einem in der ersten Zeit gut weiter, mal einen Pfad durch den Dschungel an Möglichkeiten zu sehen. Sie sind einfach zu lernen, und bei vielen Gelegenheiten leicht anzuwenden. Jedoch um alle Möglichkeiten auszuschöpfen braucht man halt auch da Übung und Spielerfahrung.

Gruß Mjchael

everyBlues
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Erstellt: von everyBlues » 18.11.2014, 02:07

hier noch mal die 5 Pattern der Pentatonik in der richtigen Reihenfolge, wenn man sie aneinander reihen möchte. :


http://www.google.de/imgres?imgurl=http ... CC4QrQMwBA

Man kann die 5 Pattern ( Fingersätze) der Pentatonik für jede Tonart, und, für Moll und Dur benutzen!

(Das gleiche gilt auch für die Pattern (Figersätze) der äolischen und der ionischen ( "Normale" Moll -Dur). Die 5 pattern der Äolischen sind keine anderen als bei der Ionischen. Warum erwähne ich das? Weil die Täuschung genommen werden soll, dass alles sooo unterschiedlich ist. Und, damit man die Natürlichen Moll- Dur nicht außer acht lässt.)

Die Moll-Pentatonik kann man über beides, Moll sowie Dur, spielen. Die Dur dann nur über Dur. warum? Probiert es aus und hört's selber.
ZB.:
Hab ich also einen Moll- Akkord, dann spiele ich in Moll drüber. Das heißt zB., In A- moll benutze ich die A- Moll penta.
Nun hat aber die C Dur Penta ja die gleichen Töne, also kann ich doch einfach das pattern irgendwie benutzen, es passt immer? Ist es also ein A- Moll barre akkord, kann ich, ganz wie ich möchte zB.das 5 C-dur (1 A -moll) pattern benutzen? Nein!
Denn, wenn ich den Grundton C in diesem Pattern umspiele/ benutze, dann spiele ich mehr in C- dur, nicht in A- moll. Wenn ich irgentwie in diesem pattern spiele, aber weder das C noch das A benutze, dann bin ich wieder daneben. Man sollte schon die Grundtöne kennen und beachten!
Deshalb schon, ist meine Meinung dazu, nicht der Akkord über den ich spiele bestimmt wie das jeweilige Pattern heißt/ benannt wird, sondern welchen Ton ich als Grundton innerhalb dieses Pattern (Fingersatz) bestimme.

(denn, wenn ich Bsw. in dem ersten A- ionischen (Dur) pattern den zweiten Ton als Grundton bestimme, in welcher Tonart spiele ich dann? Immer noch in A- Dur?) schauts euch an.

everyBlues
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Erstellt: von everyBlues » 18.11.2014, 10:33

everyBlues hat geschrieben:,
Die Moll-Pentatonik kann man über beides, Moll sowie Dur spielen.


Ich möchte das noch mal ergänzen. Es ist klar, wenn wir Moll über Dur spielen, oder Moll und Dur mischen, bewegen wir uns aus dem Klassichen raus.Im Klassichen bleibt man eher bei einem Tongeschlecht.

Im Blues oder auf Blues orientierter Musik sieht es dann schon anders aus. Ich sage das nur nochmal, damit es nicht für alle Musik verallgemeinert verstanden wird.

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Erstellt: von mjchael » 18.11.2014, 18:54

So, ich habe meinen ersten Artikel noch mal überarbeitet.
http://www.gitarre-spielen-lernen.de/fo ... tml#126581

Die Profis mögen noch mal drüber schauen, ob das so passt, und gegebenenfalls Verbesserungsvorschläge machen.

Schön wäre passende und vor allem einfache Übungsbeispiele zu liefern, wo man die Pentatoniken gut anwenden kann.

Wenn ich mal wieder mehr online bin, und mir die Umschulung Zeit lässt, werde ich mich auch selbst noch mal darum kümmern.

Gruß Mjchael

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Erstellt: von Enusire » 19.11.2014, 16:44

Hey Leute, vielen dank für eure Antworten. Ich kann die 5 Patterns der Pentatonik auswendig. Ich kann auch die Barree-Akkorde mit dem Grundton auf der E- oder A-Saite und auch die verschiedenen PowerChords auf den Saiten spielen. Ich habe mich noch nie mit der Verbindung von Barree-Akkorden mit der Pentatonik beschäftigt, was ich jetzt aber angreifen möchte.

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit Musiktheorie, ich will wissen was -> dahinter <- steckt. Das macht wirklich Spaß, ist manchmal aber auch frustrierend! Geduld ist eben gefragt, aber ich bin zufrieden und komme gut voran!^^ Den Quintenzirkel kann ich auswendig, und gerade lerne ich auch verschiedene Vierklänge.

Ein weiterer Punkt ist eben endlich mal die Pentatonik richtig zu verstehen und richtig anzuwenden.

Kann mir jemand auf folgende Aussage bitte ein einfaches "ja" oder "nein" geben? Damit ich das endlich mal geklärt habe^^

Frage 1:
Der einzigste Unterschied zwischen der A-Moll und C-Dur Pentatonik wenn ich sie spiele ist, die Betonung der Töne. Damit meine ich das Tonale Zentrum. Bei A-Moll eben das A und bei C-Dur eben das C. Ich beziehe das auf jedes Pattern der A-Moll und C-Dur Pentatonik auf dem gesamten Griffbrett.


Frage 2:

mjchael hat geschrieben:Du schreibst, dass man bei G und Em lieber nur eine Skala nimmt.
Schaue dir mal die Regel an:
Pentatonik-Name = Tonart-Name, wenn man bei einem Stück nur eine Pentatonik verwenden will.

Merkst du was? Du spielst die erste Methode gegen die zweite aus.


Hallo mjchael, sorry aber ich checks nicht. Ich habe oben geschrieben:

Akkord Em -> ich spiel zB im 12. Bund die Em Pentatonik.
Akkord G -> ich bleibe im 12. Bund auch im gleichen Muster/Pattern, nur ich lege meine Akzente anders, eben eher auf das tonale Zentrum G.

Was ist daran falsch bzw. "was spiele ich gegen was aus"?
Ich spiele eben beim Em-Akkord das erste Pattern der Em-Pentatonik und beim G-Akkord das fünfte Pattern der G-Dur-Pentatonik. Es ist vom Greifen her das Gleiche nur setze ich meine Betonung eben anders....

Danke für eure Hilfe. :)

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Erstellt: von mjchael » 19.11.2014, 19:12

Frage 1
Tonales Zentrum bzw. (Grund-) Akkord über den man improvisiert.
(Grundakkord meint den Akkord, der genau so heißt wie die gerade gespielte Tonleiter bzw. das tonale Zentrum, das gerade vorherrscht.)
Also JA ()/

Frage 2:
Wenn du es so meinst, dann hast du es begriffen, und ich habe dich nur falsch verstanden. ()/
Ich schieße nur immer gegen die Vermutung: G-Dur = Em Beides ist doch eigentlich das selbe.

Das Konzept: "Suche dir die Pentatonik, die im selben Bereich ist" überfordert in der praktischen Anwendung den Anfänger.

Wenn du dagegen sagst, suche dir am besten eine Akkordform, die in der Nähe des alten Akkordes ist, dann sieht die Sache schon anders aus. Aber selbst das ist im Detail tückisch, denn nicht jede Akkordform und jede Pentatonik-Position eignet sich gleich gut für bestimmte Effekte wie beispielsweise Bending (von 4 nach 5b) oder Hammering (von 3b nach 3). Man sucht sich immer die Lage raus, wo alles am einfachsten geht. Und mal heißt das quer über das Griffbrett springen, mal heißt das im gleichen Bund bleiben.

Wenn du einfach sagst: Barré-Akkord = Pentatonik ergibt sich deine Forderung eigentlich von allein.

Beispiel:
Du spielst einen G-Dur-Akkord als Barré im 3. Bund (E- bzw. F-Form)
Also nimmst du die G-Dur-Pentatonik im 3. Bund (E-bzw. F-Form)
oder wenn es sich Blues-mäßig anhören soll die Gm-Pentatonik im 3. Bund (Em-Form)

So weit so gut.

Wenn du jetzt ein C-Dur spielst, kannst du problemlos alles in den 8. Bund verschieben. Barré und Pentatonik. alles in der E-Form

Du kannst aber auch ein C-Dur als Barré im 3. Bund spielen, und nimmst bei allem die A-Form (bzw. Am-Form beim Blues).

In beiden Fällen hast du Akkord = Pentatonik.

Wenn ich aber nicht weiß, was für eine Akkordform in einem Bund gefordert wird, dann habe ich sehr große Mühen, mir die entsprechende Pentatonik-Form abzuleiten. Ist alles mit viel mehr Rechen- und Denkleistung verbunden.


Ein bestimmter Akkord kann man auf folgende Weisen auf dem Griffbrett darstellen
Bild

Bei einigen Akkorden liegt der Grundton genau eine oder zwei Saitenlagen über oder unter dem anderen. Da hilft dann folgendes Schema:
Bild

Und man wendet halt beides an.
vergl.
http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_E ... 7Roll-Riff
Ist zwar nicht ganz die Pentatonik (eher der Ausschnitt einer Pentatonik incl. einer Blues-Note), aber das Prinzip sollte klar werden.

Gruß Mjchael

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Erstellt: von everyBlues » 19.11.2014, 22:01

Enusire hat geschrieben:Kann mir jemand auf folgende Aussage bitte ein einfaches "ja" oder "nein" geben? Damit ich das endlich mal geklärt habe^^


Ich habe Dir ja zuvor schon zugestimmt ;). Du siehst es ganz einfach, und so ist es auch.
Von mir bekommst Du jeweils ein "JA".

Edit.: Aber nur weil im dritten Bund ein G- akkord gespielt wird, musst du nicht auch unbedingt das 1 Pattern Pentatonik G nehmen. Du kannst alle 5 Pattern, also die gesammte GriffbrettSkala in G benutzen. Auch da, wie du schon sagtest, immer auf den Grundton achten. Aber das weißt du bestimmt. Wollt's nur noch mal erwähnen.

Enusire
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Erstellt: von Enusire » 20.11.2014, 09:09

Danke mjchael und everyBlues, ihr habt mir wirklich geholfen! An dieser Stelle mal ein kurzes: Ihr seid der Hammer! ()/

mjchael hat geschrieben:Wenn du es so meinst, dann hast du es begriffen...


Ja Gott sei dank! :D


Zwei Fragen habe ich momentan noch. Somit zerstöre ich zwar den Satz "dann hast du es begriffen", aber das ist mir nicht so wichtig, ich möchte ja weiterlernen^^

Frage 1:
Ich kann die A-Moll-Pentatonik und C-Dur-Pentatonik ja über alle Akkorde der Tonart C-Dur und A-Moll spielen. Gibt es sonst noch Tonarten, wo ich die A-Moll und C-Dur Pentatonik über alle Akkorde spielen kann? Ich denke mal nicht.

Frage 2:
Über welche Akkorde kann ich die Am-Pentatonik und C-Dur-Pentatonik spielen? Also auf jeden Fall über alle Akkorde von C-Dur/A-Moll, gibt es noch andere Akkorde? Diese Frage stelle ich unabhängig von der Tonart, in der ich mich befinde.

Ich Liste einfach mal auf:
C, Dm Em, F, G, Am Hverm...


Liebe Grüße,
Enusire

Enusire
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Erstellt: von Enusire » 20.11.2014, 10:15

Hallo Enusire! (Achtung Ironie! :D )

Ich bin gerade auf folgendes Zitat von mjchael gestoßen, das sollte dir einiges erklären! Nachzulesen unter folgendem Link:
http://www.gitarre-spielen-lernen.de/fo ... 14717.html

Zitat von mjchael:

Du kannst nicht nur über Lieder Improvisieren, die in der entsprechenden Dur- oder Moll-Tonart stehen, sondern du kannst auch über einzelne Akkorde improvisieren, die den gleichen Namen haben wie die Pentatonik.

Bei einer Tonart musst du mehr aufpassen.
z.B. hast du bei der Tonart C-Dur folgende Dur-Akkorde
F C G
Natürlich kannst du da mit der C-Dur-Tonleiter improvisieren.

Du hast bei der Tonart G-Dur folgende Dur-Akkorde
C G D
Natürlich kannst du da mit der G-Dur-Tonleiter improvisieren.

Du hast bei der Tonart D-Dur folgende Dur-Akkorde
G D A
Natürlich kannst du da mit der A-Dur-Tonleiter improvisieren.


In drei Tonarten kommt der Akkord G-Dur vor. Wenn du den G-Dur-Akkord als einzelnen Akkord betrachtest, dann musst du immer aufpassen, in welcher Tonart er steht.

In der G-Dur-Pentatonik kommen nur die Töne vor, die in allen drei Tonarten vorkommen. Die Töne, die sich von Tonart zu Tonart unterscheiden, werden einfach gemieden. Daher hat die Pentatonik 2 Töne weniger als die Dur-Tonleiter.

Der Vorteil ist, dass du die G-Dur-Pentatonik überall da einsetzen kannst, wo der G-Dur-Akkord vorkommt.



So, jetzt mal Spaß beiseite!^^ ich habe gerade diesen Text gelesen, der war wirklich hilfreich. Aber warum hat mjchael bei D-Dur geschrieben, dass man natürlich mit der "A-Dur-Tonleiter" improvisieren kann?


EDIT:
Ich versuche mir mal selber auf meine Fragen zu antworten, gerne könnt ihr mir danach sagen, ob ich richtig liege.

Frage 1 (ein Beitrag weiter oben)
Einfache Antwort: Nein

Frage 2 (ein Beitrag weiter oben)

Ich kann die C-Dur/A-Moll Pentatonik nur über folgende Akkorde spielen, egal in welcher Tonart sie sich befinden. Darum verwende ich ja die Pentatonik:

C Dm Em F G Am Hverm

Befinde ich mich z.B. in der Tonart C-Dur und bewege mich aus dieser auch nicht raus, kann ich auch mit der kompletten Tonleiter C-Dur improvisieren was auch der Improvisation mehr "Würze" veleiht, weil ich die Spannungstöne mitspiele.
Zuletzt geändert von Enusire am 20.11.2014, 10:28, insgesamt 2-mal geändert.

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Erstellt: von snicki » 20.11.2014, 10:25

Doch, das ist ja das geile der Pentatonik.

Schau dir mal die komplette C/Am Tonleiter an:

C D E F G A H C



Schau dir die C Dur/Am Pentatonik an

C D E G A



Jetzt pass auf

Schau dir die G/Em Pentatonik an

G A H D E



Und jetzt schau dir die F Dur/Dm Pentatonik an

F G A C D


Fällt was auf ?

Alle zusammen addiert haben die Töne der kompletten C/Am Tonleiter gemeinsam.

Schau wir mal auf die Akkorde, die erwatungsgemäß in C/Am vorkommen:

C Dm Em F G Am (Hdim7)

AHA

Das sind genau die passenden Pentatoniken von oben, C/Am, F/Dm, G/Em.


Was bringt mir das jetzt ?

Ich hab damals den Fehler gemacht, daß ich nicht die Pentatoniken gelernt habe, sondern gleich immer die ganze Tonleiter. Jetzt passierte es aber, das wenn ich ziellos drauf los improvisiert hab. ich auch gerne mal auf einem F stehen geblieben bin, obwohl ein Em als Akkordbegleitung gespielt wurde und das klingt nicht schön, sondern dissonant, spannungsreich (kann natürlich auch mal gewollt sein...).
Inzwischen bin auch wieder zu den Pentatoniken zurück gekehrt und kann jetzt beide kombinieren (Mal besser, mal schlechter) ;)

Wenn ich aber in der Lage bin diese 3 Pentatoniken gezielt anzuwenden über die jeweilige Akkordbegleitung, dann hat das Solo eine gewisse Verbindung zur Begleitung. Selbst wenn die Begleitung mal pausiert wird man in dem Solo das Akkordvoicing weiter hören.

Das klingt jetzt komplizierter als ist weil die 3 Pentatoniken sehr ähnlich sind. Spiel mal folende Akkordprogression: Am F G Am.

Über dem Am kann man das F noch gerne aussparen, das man aber über dem F Akkord natürlich gern verwenden kann. Über dem Am und dem F kann man z.B. auf dem C verharren und dann über dem G einen Halbton runtergehen auf das H, welches die Terz vom G Akkord ist, usw.

In der Praxis kann gut über folgende Akkordprogression tranieren:

Am-F-G-Am (Nighttrain,z.B. Guns n Roses)

Hör dir bitte das Solo an am Ende, gerade den Anfang, er spielt folgende Töne über die 3 Akkorde:

( Am => A--AAA-C, F => A--AAA-C, G => H--HHH-D )

vielleicht wird dir dann klar, wie ich das meine.

http://youtu.be/Qyf8oRF6Trg?t=2m57s

Gruß Snicki

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Erstellt: von snicki » 20.11.2014, 10:53

Frage 1:
Ich kann die A-Moll-Pentatonik und C-Dur-Pentatonik ja über alle Akkorde der Tonart C-Dur und A-Moll spielen. Gibt es sonst noch Tonarten, wo ich die A-Moll und C-Dur Pentatonik über alle Akkorde spielen kann? Ich denke mal nicht.

Frage 2:
Über welche Akkorde kann ich die Am-Pentatonik und C-Dur-Pentatonik spielen? Also auf jeden Fall über alle Akkorde von C-Dur/A-Moll, gibt es noch andere Akkorde? Diese Frage stelle ich unabhängig von der Tonart, in der ich mich befinde.


zu 1:
Du kannst die Am Tonleiter ohne jede Bedenken über ein Stück benutzen was in Am steht oder wenn du es Bluesig willst auch über A Dur.

zu 2:
probier es aus, sicherlich werden einige Akkorde dazu nicht so harmonisiseren wie andere.

Das gleiche gilt aber auch für die komplette Tonleiter, Soli sind oftmal eine Abwechslung aus Harmonie und Disharmonie.

Wenn du die ganze Zeit nur die Töne A C H D spielst, und dann mal alle in C Dur vorkommenden Akkorde dazu, dann wirst du feststellen, das es irgendwie zu allen passt, mal mehr mal weniger, aber im Prinzip passt es zu allen Akkorden. Und das ist das Geheimnis des Phrasieren. Bilde kleine Licks, die du einfach über die Akkorde wiederholst und konsequent nicht veränderst, oder verändere sie gerade in Nuancen, und das ist oft nur ein Ton, Bsp.
wieder die Akkordfole A F G Am

Über Am und F spielst du die gleiche Phrase,
A-H-C, über dem wechselt du das C zu einem D, oder das zu einem G, oder das H zu einem D, behälst aber die anderen 2 Töne, die theoretisch nicht alle gut zu dem G passen, durch die konsequente Wiederholung vermittelst du aber das Gefühl, dass das genau so sein soll.

Gruß Snicki

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Erstellt: von mjchael » 20.11.2014, 15:49

Tja, für alle die Anfangen die Pentatonik zu lernen gibt es die Faustformeln:
Tonleitername = Pentatonikname
oder
Akkordname = Pentatonikname
oder
Akkordname = Moll-Pentatonik (beim Blues)

Lassen wir mal den Blues beiseite, dann ergibt sich aus der ersten Regel beim genaueren analysieren weitere Möglichkeiten, mit denen man herumexperimenterien kann.

Wenn ich über einer Tonart mit einer Pentatonik spielen kann, dann ergibt sich automatisch, dass ich mit dieser Pentatonik über alle Akkorde, die gerade in dieser Tonart gespielt werden, improvisiere (siehe Vorredner)

Also kann man mit der Am-Pentatonik über alle Akkorde der Am-Tonleiter improvisieren. (Sind in etwa die selben, die auch in der C-Dur-Tonleiter vorkommen.)

Du kannst natürlich auch mit allen Tönen, die in einer Tonleiter vorkommen, improvisöieren.

Du kannst dir auch den Spaß machen, mal mit der Pentatonik die zur Subdominante oder Dominante gehören, über alle anderen Akkorde zu spielen, da diese ja eine Teilmenge der Töne einer Tonleiter darstellen.

Aber hier wird es dann doch ziemlich verzwickt. Es kann gut klingen, kann aber auch voll in die Hose gehen. Wo es aber gelingt, kann es sehr interessant wirken. Aber darüber hab ich vielleicht mal ein Youtube-Video gesehen, wo jemand mit einem Fingersatz gleich über mehrere Akkorden gespielt hat. Mal ergab sich die Dur- mal die Moll-Pentatonik, und mal die Blues-Pentatonik, und mal irgendetwas, dass man wohl mit Dorischer Pentatonik bezeichnen müsste. Da es darüber aber so gut wie keine Veröffentlichungen gibt, (außer vielleicht in irgendwelchen abgespaceten Jazz-Büchern) kann ich es vielleicht theoretisch leicht nachvollziehen, aber mir fehlt da nahezu jegliche Praxis zu. Ich hab mal damit herumexperimentiert. Es war aber nicht mehr als eine Fingerübung.

halte dich an die 3 Grundregeln:
Tonleitername = Pentatonikname
oder
Akkordname = Pentatonikname
oder
Akkordname = Moll-Pentatonik (beim Blues)

Die sind leicht nachzuvollziehen und leicht zu vermitteln. Das andere geht so sehr ins Eingemachte, dass man dafür ziemlich viel Hintergrundwissen braucht, um das ganze zu durchschauen. Das kann man nicht mal eben in einem Post erläutern, denn es wirft mehr Fragen auf, als es klärt.

Gruß Mjchael

ps.: Wenn mir einer den Link zu dem blöden A-Dur schickt, dann kann ich meinen Fehler auch berichtigen. :lol:

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Erstellt: von everyBlues » 20.11.2014, 16:50

mjchael hat geschrieben:ps.: Wenn mir einer den Link zu dem blöden A-Dur schickt, dann kann ich meinen Fehler auch berichtigen. :lol:


Welchen/ oder Was meinst Du?

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Erstellt: von mjchael » 20.11.2014, 16:55

Ich meine den Post von Enusire
http://www.gitarre-spielen-lernen.de/fo ... tml#349758

Zitat von mir:
Du hast bei der Tonart D-Dur folgende Dur-Akkorde
G D A
Natürlich kannst du da mit der A-Dur-Tonleiter improvisieren.

Kommentar von Enusire

So, jetzt mal Spaß beiseite!^^ ich habe gerade diesen Text gelesen, der war wirklich hilfreich. Aber warum hat mjchael bei D-Dur geschrieben, dass man natürlich mit der "A-Dur-Tonleiter" improvisieren kann?


:D Hat natürlich recht, und es muss in meinem letzten Satz D-Dur heißen.

Gruß Mjchael

ps.:
So, hab den Artikel endlich gefunden, und berichtigt.
http://www.gitarre-spielen-lernen.de/fo ... tml#159326

So ein Link hätte mir viel Sucharbeit erspart. ;)

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Erstellt: von everyBlues » 20.11.2014, 18:25

Ich möchte jetzt mal die penta weglassen, und auch die einfache BluesScale/ Tonleiter (moll penta + BlueNotes).

Gleich vorweg, es mag bei einigen Skalen/ tonleitern Ausnahmen geben.

Wir haben 5 Fingersätze ( ohne jetzt schon eine Tonart zu bestimmen). Diese können für Moll (äolisch) oder Dur (ionisch), aber eben auch für Dorisch usw. ..........benutzt werden.

Nehmen wir mal A -äolisch (reines Moll) 5 bund. Wenn nun jemand in diesem Fingersatz bleibt aber den Grundton ändert, dann ändert er auch das Tongeschlecht/ den Modus. So kann man natürlich mit ein und dem selben Fingersatz über mehrere Tonarten spielen, ändert dabei aber das Tongeschlecht.

Möchte er an der selben Stelle bleiben (5 bund) und auch die Tonart/ Grundton beibehalten, aber den Mod. wechseln, dann verschiebt er die einzelnen Pattern. Sowie bei Dur und Moll.
Verschiebt man das Zweite A-Moll um drei bünde nach unten, dann wird es mit dem selben Grundton A, zum A dur.

Edit: möchte man an selber Stelle bleiben, und auch bei dem selben Tongeschlecht, aber die Tonart ändern, dann kann man auch wieder die Pattern verschieben. Das heißt, man holt sich einfach den passenden Fingersatz an die Stelle wo man ihn haben möchte. (Wurde aber schon gesagt).

Zur Penta:
Macht man das Ganze mit einem Fingersatz der Penta zB. in A moll, dann kann man auch C Dur spielen, oder andere neutral. Und auch da dann in einem Fingersatz bleiben.
So mein bescheidenes "Wissen" :D

Was man gut machen kann, und was auch ich gerne mache, ist dass man die penta als Skalengerüst sieht und jenachdem was man möchte Töne hinzunimmt. Dann kann sich das ergeben, was Mjchael schon sagte, man spielt mal Moll, mal Dur, mal Dorisch, mal Mixolydisch, mal einfache Bluesskala mit der dazugehörigen BlueNotes.Oder, eine erweiterte BluesSkala. Mal vll. irgendwas :D
Und man kann dabei auf dem Griffbrett an ein und derselben Stelle bleiben.

Sollte jemand Fehler in meiner Denkweise feststellen, oder es anders handhaben, dann bitte sagt es. Korregiert mich, wenn ihr der Ansicht seid, dass ich falsch liege.
Finde leider jetzt nichts im Netz was auf einem Blick zeigen würde was ich meine.

Edit: Interessant wären die 5 Pattern/ Fingersätze der einzelnen Mods. auf einen Blick. Unter einander angeordnet. So kann man diese dann besser vergleichen und sehen, an welcher Stelle der jeweilige Fingersatz, bei den einzelnen Tongeschlechtern/ Mods wieder vorkommt.
ZB.: Bei moll an dritter Stelle, bei Dorisch an erster Stelle usw....

EDIT.: Vll. wird einiges damit verständlicher. Man kann das ja auch weiterdenken. Wobei hier erst mal nur G- Dur = A Dorisch genommen wurde. Interessant auch für leute die gerne die blueNotes spielen ;). Schaut selber:
http://www.google.de/imgres?imgurl=http ... CH8QrQMwHQ

Noch mal ne Ergänzung.
Ich weiß hier geht es um die Penta, danach wurde gefragt. Aber ich denke, um einiges besser zu verstehen, ist es vorteilhaft sich die Kirchentonleitern/ Skalen anzusehen. Die Töne der Penta. sind ja da bereits enthalten, man muss also nur wenige Töne weglassen um die Pentatonik zu erhalten.
Sogut die Pentatonik auch sein mag, und anzuwenden ist, so sehr ist man aber auch im Tonmaterial eingeschränkt. Ist man das nicht eigentlich immer, wenn man starr an Tonleitern und Skalen festhält?
Wobei wohl jeder Musiker so sein bevorzugtes Tonmaterial haben mag.

Wie gesagt es gibt erstmal nur 5 Fingersätze, die für vieles genommen werden können. Nur 5!
Nicht für jede Tonart und jedes Tongeschlecht 5!
Lässt man aus diesen Fingersätzen/ Pattern nur wenige Töne weg, erhält man die 5 Pattern/ Fingersätze der Pentatonik. Auch nur 5, die für jede Tonart und Dur/ Moll gleich sind. Abgesehen vom Grundton!
Wenn man es so sieht, nur5, dann kann man erkennen das es nicht wirklich so viel ist, wie es auf dem ersten Blick scheint. Und man hat vll. mehr lust diese 5 Fingersätze zu lernen.


Genug von mir! Soweit meine Gedanken dazu.
ist das lang geworden, sorry!

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