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Gibson E-Gitarren Online-Ratgeber

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   Gibson E-Gitarren

Schon lange vor dem Erfolg der Gibson Les Paul stand der Name des amerikanischen Konzerns für qualitativ hochwertige Instrumente. Mit Banjos, Archtop-Gitarren und Mandolinen erarbeitete sich Firmengründer Orville Gibson einen Namen auf dem umkämpften Markt der Instrumentenbauer.

Weltruhm erlangte die 1902 gegründete Firma jedoch erst ein halbes Jahrhundert später, mit der Entwicklung der Solidbody E-Gitarre für und mit dem Künstler Lester Polfus. Die Singlecut-Gitarre "Les Paul" war nach der Fender Telecaster die zweite in Massenfertigung hergestellte Solidbody E-Gitarre und hob sich durch ihre Technik vom Konkurrenzprodukt Fenders ab.

Mit den Ende der 50er Jahre entwickelten Humbucker-Tonabnehmern, erreichte die Les Paul, und damit Gibson, einen geradezu mythischen Status. Mit ikonischen Gitarrendesigns wie der Gibson SG, der Modernistic Series um Explorer, Flying V und Moderne oder der Firebird, hält sich Gibson seit den 50er Jahren beständig an der Spitze der beliebtesten Solidbody-Gitarrenhersteller. Auch berühmte Halbresonanzgitarren, wie die Instrumente der ES-Serie, mehrten den Ruhm des Herstellers.

Gibson E-Gitarre

Gibson Gitarren heute

In der Vergangenheit erlangten Gibson Gitarren Weltruhm - nicht immer nur auf Grund von perfekt ausgeführten Gitarren. Der von Gibson-Liebhabern gern als "Mojo" bezeichnete Charm von nicht perfekten Instrumenten gilt mittlerweile ebenso als legendär. Auch wenn Gibson im Laufe der Jahre immer wieder erfolgreiche Serien und Neuentwicklungen auf den Markt bringen konnte, lief das Geschäft zuletzt sehr schlecht: Im Jahr 2018 meldete der Gibson Konzern Insolvenz an. Besonders Misserfolge in eigentlich firmenfremden Sektoren brachten das Unternehmen in eine finanzielle und wirtschaftliche Schieflage. Bis ins Jahr 2020 werden jedoch weiterhin Gitarren produziert, Fans der Firma hoffen auf eine rechtzeitige Rettung des Herstellers und die Konzentration auf das Kerngeschäft: Das Herstellen hervorragender Instrumente von Weltrang.

Die bekanntesten Gibson Gitarren

Gibson gilt als DER Hersteller für E-Gitarren im modernen Rock-Genre. Mit der Verwendung von hochwertigsten Materialien, aufwendigen Fertigungsprozessen und einem ikonischen Design hat sich das Unternehmen aus den USA unsterblich gemacht. Aus der großen Auswahl von Gitarrenmodellen haben wir zwei ausgewählt, um sie euch näher vorzustellen.

Gibson Les Paul

Gibson Les Paul

Die Gibson Les Paul gilt vielen als die E-Gitarre schlechthin. Entwickelt als Gegenentwurf zur Telecaster, verwendete man bei Gibson aufwendigere Techniken zur Fertigung: Eine gewölbte Ahorn-Decke, Palisander Griffbretter und ein Korpus aus Mahagoni machten die Gitarre auch optisch zu einem hochwertigen Instrument. Mit der Verwendung von Humbuckern Ende der 50er Jahre entwickelte Gibson den typischen Sound der nächsten Jahrzehnte. Im Gegensatz zu anderen Herstellern verwendet Gibson für seine Gitarren fast ausschließlich eingeleimte Hälse, was zu einem anderen Schwingungs- und Klangverhalten führt.

Mit ihrer kürzeren Mensur lässt sich eine Les Paul für viele Gitarristen etwas leichter spielen, als die Instrumente Fenders. Die Konstruktion der Brücke wird als Tune-O-Matic-Bridge bezeichnet und besteht aus zwei Teilen. Die Saiten laufen hierbei auf der Oberseite des Korpus und werden nicht durch den Body geführt.

Typisch für die Les Paul sind die auffälligen Nitro-Lackierungen: Besonders die Sunburst-Lackierung ist weltberühmt: Instrumente aus den goldenen Jahren 59, 60 und 61 werden gern als "Bursts" bezeichnet und heute für sechsstellige Summen gehandelt.

Les Paul Gitarren werden in diversen Serien angeboten, darunter die berühmte Les Paul Standard und die etwas edler anmutende Les Paul Custom.

Bekannte Beispiele für Les-Paul-Gitarristen

Angefangen bei Rock-Veteranen alá Jimmy Page und Joe Perry bis hin zu modernen Rock-Gitarristen wie James Hetfield oder Mike McCready, spielt die Les Paul besonders in der modernen Rockmusik eine herausragende Rolle. Die tonale Vielfalt dieser Instrumente ist beeindruckend und liefert die passenden Sounds von Blues bis Metal.

Gibson SG

Gibson SG

Die Entwicklung der Gibson SG begann bereits kurz nach dem Siegeszug der Les Paul E-Gitarre. Durch eine etwas leichtere Konstruktion, eine ebene Decke und ein doppeltes Cutaway sollte sie die Ergonomie der Les Paul verbessern und besonders moderne Spieler ansprechen.

Durch die beiden Hörner der SG wurde die modern anmutende Gitarre zunächst hauptsächlich im Bereich der Jazz und Bluesszene verwendet, fand aber bald auch Fans im neu aufblühenden Rockgenre. Der Sound der SG ist etwas klarer und durchsetzungsstärker als der einer Les Paul, die flache Decke und die fehlende Gesamtmasse macht nicht bloß das Instrument, sondern auch den Sound der SG etwas beweglicher, schwingender.

Die klassische Kombination von zwei Humbuckern wurde bei der SG weiter fortgeführt und prägt auch bei diesem Instrument den grundlegenden Klang. Bei den ersten Modellen wurden unterschiedliche Tremolo-Systeme verbaut, zum Beispiel das berühmte Bigsby-Tremolo. Im Laufe der Jahrzehnte gab es immer wieder Neuauflagen besonders beliebter SG-Jahrgänge auf dem Markt, Customshop Modelle nach berühmten Vorbildern bietet der Gibson Custom Shop seit langer Zeit an.

Bekannte Beispiele für SG-Gitarristen

Kaum ein Gitarrist ist so berühmt für seine SG, wie Angus Young von der australischen Hardrock Band AC/DC. Sein virtuoses Solospiel, der extravagante Auftritt in Schuluniform und das Bad-Boy-Image zementierten den Status der SG im Hardrock. Auch Pete Townsend von The Who war berühmt dafür, seine SG bis zum Exzess zu spielen - viele Instrumente überlebten den Auftritt mit The Who allerdings auf Grund von Townsends Gefühlsausbrüchen nicht.

Gibson Gitarren Serien

Neben Les Pau und SG brachte Gibson im Laufe des letzten Jahrhunderts viele ikonische Gitarrenmodelle auf den Markt, die wichtigsten haben wir euch kurz vorgestellt:

Gibson Explorer

Die Explorer war eines der drei Designs, mit der Gibson die Modern-Ära einleitete. Die moderne Korpusform erinnert an ein X und sollte vor allem Jazz-Gitarristen erreichen - nach langen Jahren mäßiger Verkaufszahlen wurden dann die Gitarristen der Hardrock und Heavy Metal Szene auf die Explorer aufmerksam und der Erfolg des Modells nahm schnell zu.

Gibson Firebird

Mit der Zusammenarbeit zwischen Gibson und einem Designer aus der Automobilbranche erlebte die Firebird ihre Geburtsstunde. Der an die Explorer angelehnte Korpus besteht jedoch aus einem durchgehenden Hals mit angeleimten Korpushälften. Die Humbucker wurden durch spezielle Mini-Humbucker ersetzt, die den Ton der Gitarre veränderten.

ES-Serie

Die Halbresonanzgitarren der ES-Serie machten Gibson besonders im Blues-Genre weltberühmt. Mit seiner "Lucille" stand beispielsweise BB King über mehrere Jahrzehnte im Rampenlicht. Die aufwendige Herstellung der ES-Gitarren erfolgt fast ausnahmslos in einer anderen Fabrik - jedoch bleibt auch hier die Produktion streng "made in the USA".

Flying V

Wie auch die Explorer zuvor, fand die Flying V zunächst keine große Beachtung in der Musikerszene. Im Laufe der Jahre kamen jedoch immer mehr Musiker auf den Geschmack und spätestens mit Einzug des Hard Rock in den Mainstream, erlebte die Flying V einen echten Triumphzug. Der besonders leichte Zugang zu den hohen Lagen ermöglicht auf der V ein angehend Solieren, die Korpusform ist jedoch zunächst gewöhnungsbedürftig.

Gibson E-Gitarre

Der Gibson-Custom-Shop

Im Gibson Custom Shop werden die hochwertigsten Instrumente des Herstellers produziert. Hier kommen die besten Hölzer und handgewickelte Tonabnehmer zum Einsatz. Der hochprofessionelle Shop produziert besondere Kleinstserien und übernimmt auch die Arbeit an Gitarren, die für ausgewählte Künstler speziell angefertigt werden. Den Vorstellungen der Kunden ist hierbei kaum eine Grenze gesetzt. Von Nachahmungen berühmter 58er, 59er und 60er Les Pauls über moderne Neuinterpretationen oder besondere Tonholzkombinationen ist alles möglich - wenn die Taschen des Kunden denn tief genug sind.

Weitere Produkte von Gibson

Wie alle großen Hersteller vertreibt Gibson schon lange nicht mehr ausschließlich Gitarren. Neben weiteren Instrumenten wie E-Bass, Akustikgitarre und Co. liefert Gibson auch Zubehör wie Saiten, Gitarrengurte und Plektren. Besonders die Zubehörpalette für die historisch-korrekten Teile ist extrem umfangreich. Vom korrekt geformten Pick-Up-Rahmen bis zur Schalter-Spitze bekommen Gibson-Fans alles, was ihr Herz begehrt. Auch Gibson Verstärker finden sich auf dem Markt, konnten sich aber der breiten Masse nie erschließen.

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