E-Gitarre Online-Ratgeber

  • Unterforum
    Themen
    Beiträge
    Letzter Beitrag
  • Gut zu wissen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag
  • Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Berechtigungen in diesem Forum

Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.


   E-Gitarre

Die E-Gitarre in ihrer heutige Form ist ein recht neues Instrument und wurde in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter entwickelt. Im Laufe der Zeit haben sich bestimmte Typen von E-Gitarren als besonders erfolgreich herausgestellt - ihre Formen begegnen uns auch heute bei modernen Gitarren immer wieder.

Welche E-Gitarren Typen gibt es?

Besonders die Konstruktionsweise von E-Gitarren beeinflusst ihren Klang. In der Vergangenheit wurden verschiedenste Bauweisen verwendet, um E-Gitarren herzustellen. Die wichtigsten Varianten möchten wir euch kurz vorstellen:

E-Gitarren Modelle

Solidbody E-Gitarre

Was als einfacher Holzbalken mit darin eingelassenen Tonabnehmern begann, entwickelte sich Anfang der 1950er Jahre zu den ersten in Serie produzierten Solidbody E-Gitarren, Telecaster und Les Paul. Prägendes Merkmal dieser Gitarren ist der massive Korpus, der aus einem oder mehreren miteinander verleimten Holzstücken besteht. Durch die große Masse des Korpus ergibt sich ein besonderes Schwingungsverhalten und die Neigung zu Rückkopplungen (engl. Feedback) nimmt bedeutend ab. Heute werden die meisten E-Gitarren in Solidbody-Bauweise angeboten. Der Arbeitsprozess ist gegenüber anderen Bauformen unkomplizierter und der Sound ist durchsetzungsstark und präzise - ein absolutes Erfolgsmodell!

Semiacoustic Gitarren

Semiacoustic, Halbresonanz, Semi-Hollow-Gitarren: Diese Bauform hat viele Namen, teilt sich jedoch einen großen Bauplan. Im Kern dieser Gitarren steckt ein massiver Klangkörper, ein so genannter Center-Block. Dieser wird mittels einer Decke und einem Rücken zu einem Korpus zusammengefasst. Teilweise besteht die Konstruktion auch aus einem massiven Korpus, aus dem dann sehr große Hohlkammern ausgefräst werden und der im Anschluss eine aufgeleimte Decke erhält. Die Klangeigenschaften der Semiacoustic Gitarren werden besonders im unverzerrten Einsatz geschätzt: Blues und Jazz Gitarristen verwenden im besonderen Maße Semiacoustic Gitarren. Durch den massiven Korpusanteil verringert sich das Feedback-Risiko, die Stabilität der Instrumente wird positiv beeinflusst und die großen Hohlkörper erzeugen ein eigenes Klangbild - Semiacoustic Gitarren bilden das Bindeglied zwischen klassischen Archtop Gitarren und Solidbody Gitarren.

Archtop Gitarren

Archtop Gitarren sind gewissermaßen die direkten Nachfolger der Akustikgitarren. Hier werden dünne Holzbretter (Massiv- oder Sperrholz) in einem aufwendigen Prozess gebogen und ergeben nach dem Zusammenfügen einen hohlen Klangkörper. Der Arbeitsaufwand und die verwendeten Materialien für vollmassive Archtop Gitarren sind enorm, daher handelt es sich bei diesen Instrumenten um sehr hochpreisige Stücke. Der Klang der Archtop Gitarren wird hauptsächlich in Jazz- und Countrymusik geschätzt. Aber auch in der Bluesszene gibt es viele Verfechter der klassischen Archtop Gitarre. Die erste industriell in Serie hergestellte E-Gitarre war das Archtop-Modell Gibson ES-150.

Archtop E-Gitarre

Thinline Gitarren

Bei Thinline Gitarren kommt es immer wieder zu Verwirrungen: Eine genaue Definition dieser Bauart besteht nicht, wird aber meist an die berühmte Gibson ES-330 angelehnt. Hierbei handelt es sich im Prinzip um eine sehr dünne, mit Tonabnehmern ausgestattete Akustikgitarre. Die Korpusdicke beträgt bei diesen Modellen nur einige Zentimeter, der Korpus wird nicht mit einem Center-Block ausgestattet. Übrigens: Die seit einigen Jahren von Fender angebotene Thinline-Telecaster würde in der klassischen Definition eher als Semi-Acoustic Gitarre bezeichnet werden, doch auch hier ist sich die Fachwelt nicht einig. Einzig die folgende Definition scheint alle Erläuterungsversuche zu vereinbaren: Thinline Gitarren verfügen über einen Hohlkörper und sind ca. 5 Zentimeter tief. Die tonalen Eigenschaften ähneln denen der Semiacoustic Gitarren und werden ebenfalls bei Blues, Jazz, Country und Rock geschätzt.

Thinline E-Gitarre

Welche E-Gitarren Modelle gibt es?

Neben den beschriebenen Typen gibt es in der Welt der E-Gitarre viele verschiedene Modelle von Instrumenten. Diese Modelle werden häufig mit Kürzeln wie ST, LP, T oder SG bezeichnet. Wir erläutern euch die Bedeutung dieser Bezeichnungen und stellen die verschiedenen Instrumente vor.

ST-Modelle

ST-Modelle oder auch Strat-Modelle, sind die am weitesten verbreiteten E-Gitarren Modelle. Die Bezeichnung ST zeigt die Abstammung dieses Instrumententyps auf: Die Fender Stratocaster steht mit ihrem asymmetrischen Korpus und den verwendeten Tonabnehmern Pate für diese Modelle. In den unterschiedlichsten Ausstattungen finden sich bei fast allen großen und kleinen Herstellern Modelle in der ST-Form. Besonders die Super-Strat Variante dieses Modells ist seit den 1980er Jahren beliebt: Die Korpusform wurde hier mit Humbucker Pickups kombiniert und ist dadurch besonders im Hardrock und Metal extrem beliebt. Die Gitarre der ST-Form finden sich in beinahe allen Musikstilen wieder: Pop, Country, Blues und Hardrock - Gitarristen aller Genres lieben diese Form.

Fender Stratocaster

T-Modelle

Auch bei den T-Modellen steht ein Instrument des Herstellers Fender als Namenspate bereit: Die Telecaster gibt diesen Gitarren ihren Namen. Die Instrumente der T-Form verfügen über einen flachen Korpus mit einem einzelnen Cutaway an der Treble-Seite des Instruments. Die Gitarren der T-Form verwenden in den meisten Fällen keine Tremolosysteme und sind technisch relativ einfach aufgebaut. Der massive Korpus und die Verwendung eines geschraubten Halses ist typisch für T-Modelle aller Hersteller, wobei natürlich immer wieder Ausnahmen die Regel bestätigen. Musikalisch werden T-Modelle hauptsächlich im Rock, Country und Bluesrock eingesetzt. Bei manchen Herstellern werden aber auch für extremere Spielarten des Hardrock und Metal T-Modelle angeboten.

Fender Telecaster

Single-Cut-Modelle / LP-Modelle

Die Systematik wird deutlich: Hinter LP-Modellen verstecken sich Gitarren, die der Form und Bauweise nach an die legendäre Les Paul aus dem Hause Gibson angelehnt sind. Die Gitarren mit gewölbter Decke verfügen meistens über einen massiven Korpus aus Mahagoni der mit einer Ahorn-Decke belegt wurde. Der Hals dieser Gitarren des LP-Formats wird klassisch mit dem Korpus verleimt. In den meisten Fällen verfügen LP-Modelle über zwei Humbucker und eine Dreiwege-Schaltung. Auf Tremolosysteme wird meistens verzichtet.

Die Instrumente des LP-Stils sind ebenso weit verbreitet, wie diejenigen des ST-Formats. Die Verwendung von LP-Gitarren lässt sich nicht auf einen musikalischen Stil festlegen, von Jazz bis Deathmetal: Überall haben LP-Modell ihre Saiten mit im Spiel.

Gibson Les Paul

Double-Cut-Modelle / SG-Modelle

Hinter der Bezeichnung Double-Cut oder SG-Modell verbergen sich Gitarren, die ihre Form in Anlehnung an die berühmte Gibson SG erhalten haben. Zwei Cutaways ermöglichen eine sehr freie Arbeit der Greifhand auch in höchsten Lagen. Der Korpus der meisten SG-Modelle ist aus einem massiven Holz gefertigt und nicht gewölbt. Auch auf eine zusätzliche Decke wird meistens verzichtet. Die Gitarren der SG-Form werden meistens mit zwei Humbuckern ausgestattet und finden demnach vorrangig in den unterschiedlichen Spielformen der Rockmusik Einsatz.

Gibson SG

Hollowbody-Modelle

Unter der Bezeichnung Hollowbody-Modelle werden vor allem Semiacoustic-Gitarren vermarktet. Die unterschiedlichen Bauformen dieser Gitarren haben jedoch eine Gemeinsamkeit: Große Hohlkammern verändern den Sound dieser Instrumenten und lassen ihn lebendig und voluminös klingen. Die meisten Hollowbody-Modelle finden sich im Bereich des Blues, Jazz und Country, doch auch im Rock gibt es immer wieder Vertreter dieser Art.

Heavy-Modelle

Unter der etwas allgemeinen Bezeichnung Heavy-Modelle fassen viele Händler und Hersteller andere Korpusformen zusammen. Besonders Instrumente, die an Explorer, Flying V und co. erinnern, werden häufig in dieser Kategorie zusammengefasst. Besonders häufig werden hier Humbucker mit sehr hoher Ausgangsleistung verwendet. Auch aktive Tonabnehmer finden hier regen Absatz, ebenso wie Tremolosysteme und elektronische Besonderheiten wie Killswitches und Co.. Die Heavy-Modelle werden fast ausschließlich für Rock, Hardrock und Metal verwendet, führende Hersteller in diesem Bereich sind zum Beispiel Jackson, ESP / LTD, Charvel oder Dean.

E-Gitarren

Fazit

Die E-Gitarre kommt in unterschiedlichster Ausführung daher und bedient damit ein sehr breites Spektrum. Von massiven Gitarren mit aktiven Humbucker-Tonabnehmern und Tremolosystemen bis zu Archtop-Gitarren mit Singlecoils ist alles dabei. Bei manchen Musikstilen setzen sich bestimmte Modelle durch - das liegt in den meisten Fällen an den besonderen Klangeigenschaften der Instrumente. Doch wie überall in der Kunst, gibt es hier keine Regeln: Erlaubt ist, was gefällt und Ausnahmen bestätigen die Regel.

Der Text dieses Artikels ist urheberrechtlich geschützt. Copyright 2020 by gitarre-spielen-lernen.de