Welche Gitarre, wenn man nicht weiß welche richtung nehmen wird

Steppen
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Welche Gitarre, wenn man nicht weiß welche richtung nehmen wird

von Steppen » 03.11.2016, 02:05

Hallo Forum,

ich lese seit mehrere Tage hier und anderen Webseiten. Ich habe als Kind ein bisschen Gitarre gelernt und seit einer Weile wollte ich wieder anfangen. Zu viele Jahre mit dem Wünscht, aber das Leben ist manchmal kompliziert. Nun habe ich mich jetzt entschieden wirklich Gitarre zu lernen. Ohne Geld und ohne Zeit werde ich das machen. =)=)= hahaha

Ich habe die Motivation. Das große Problem ist mein Geschmack. Ich höre gerne Rock, Jazz, Blues, Flamenco, Folk und würde alles lernen. Das geht aber nicht. Dann sage ich so:

- Im Prinzip schließe ich die Gitarren für Rock und Westerngitarre aus.
- Jazz und Blues würde ich irgendwann gerne probieren. Sicher!
- Akustikgitarre (Stahlsaiten) und besonders die Semiakustik Gitarren gefallen mir auch.

Die Überlegung ist, wie ich anfangen soll, da ich mich momentan nicht entscheiden kann. ::::)( Meiner Meinung nach ist sinnvoller für mich einfach eine Konzertgitarre, oder? Aber ich habe mit einem Verkäufer in einem Geschäft geredet und er empfahl mir eine Akustikgitarre. Ich bin total verwirrt. :_::_:

Wie sieht ihr das? Danke!!

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Frank-vt
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Re: Welche Gitarre, wenn man nicht weiß welche richtung nehmen wird

von Frank-vt » 03.11.2016, 06:23

In deinem Beitrag widersprichst du dir: Das es keine Western sein soll, aber eine Gitarre mit Stahlsaiten. Nur - das sind Westerngitarren. Also sowas z.Bsp. https://www.session.de/SIGMA-DR-28.html ... sigma%2028
E-Gitarren haben natürlich auch Stahlsaiten, aber ich gehe mal davon aus, das die nicht gemeint sind ;)
Konzertgitarren haben im Regelfall Nylonsaiten. z.BSp: https://www.session.de/ALHAMBRA-7-C.html
Und beides sind Akustikgitarren! Theoretisch kann man auf beiden Gitarren alles spielen, aber gemeinhin wird eine Konzert eher für Klassik, Flamenco u.ä. genommen. Western werden meist für Rock, Pop, Folk, Country, Fingerstyle, Blues u.a. genommen. Beide Gitarren haben den Vorteil, das sie grundsätzlich ohne Verstärker auskommen, d.h. du kannst sie jederzeit ohne aufwendige Technik spielen. Sie können natürlich auch mittels eines Tonabnehmers und eines Amps verstärkt werden, aber das ist gerade am Anfang nicht unbedingt nötig. Semiakustik (auch Halbresonanz- oder Jazz-Gitarren genannt) benötigen wie "normale" E-Gitarren einen Verstärker, da sie ohne den sehr, sehr leise sind. Z.Bsp: https://www.session.de/GRETSCH-G5620T-C ... emiakustik
Beginnen kann man mit allen, das hängt eben von der gewünschten Musikrichtung ab. Und natürlich von den Kosten :D
Eine gute Einstiegswestern mit massiver Decke gibt es ab etwa 200,- € (empfehlenswert sind Marken wie Cort, Yamaha, Baton Rouge oder Sigma). Konzert könnten etwas darunter liegen, aber da kenn ich mich nicht so aus. Der Einstieg bei E (Gitarre, Amp etc.) mit brauchbaren Teilen geht etwa bei 300,- los, bei Semiakustik dürfte das aber kaum reichen. Dazu kommen noch sinnvolle Sachen wie eine Hülle/Tasche (falls nicht dabei), Stimmgerät (sollte chromatisch sein), Notenpult (kein dünnes, klappriges), Ersatzsaiten etc.
Lernen kann man alle die von dir aufgeführten Stile, man braucht nur Zeit und Geduld :D Und Geld, weil es dann mehrere Gitarren werden. Das ist aber bei vielen Spielern der Fall, das irgendwann nicht nur eine Gitarre herumsteht :)
Wenn du zunächst mehr in Richtung Liedbegleitung (egal welche Musikrichtung) machen willst, dann würde ich zu einer Western raten (aber lass dir im Laden nicht einen Ladenhüter aufschwatzen, ggf. jemanden mitnehmen oder vorher hier nochmal fragen) und fange hier mit dem Lagerfeuerdiplom an. Falls es finanziell machbar ist, dann ist natürlich ein Lehrer sehr hilfreich.
Zu tun hast du damit erstmal genug, denn es wird etwas dauern, ehe du der Gitarre schöne Töne entlockst ;) Wichtig ist anfangen, dranbleiben und vor allem die drei wichtigsten Dinge nicht vergessen : Üben, üben, üben.... :D
Die von mir vorgebrachten Kritiken und Meinungen spiegeln ausschließlich meine eigenen, subjektiven Wahrnehmungen wieder. Wem diese nicht gefallen, darf sie gerne überlesen

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Re: Welche Gitarre, wenn man nicht weiß welche richtung nehmen wird

von slowmover » 03.11.2016, 06:52

ich Schliesse mich Franks Empfehlung und Erlärungen an. Nur Flamenco auf der Western funktioniert nicht. Flamencoartige Popsachen schon, aber halt nicht mit Flamenco Technik. Beispiel Rasgueos.
Allles andere, was Du gerne hörst spricht eigentlich für eine Western. Ich bin so ein Exot, der akustisch auch Pop und Rock nur auf Nylon spielt. Das ist aber wirlklich eine extreme Ausnahme. Die meisten verlieren eher die Lust oder steigen auf Western um.

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Re: Welche Gitarre, wenn man nicht weiß welche richtung nehmen wird

von Steppen » 03.11.2016, 09:25

Hallo @Frank-vt @slowmover,

vielen Dank für die Antworte. Die Unterscheidung zwischen Akustik- und nicht Akustikgitarren ist mir mehr oder weniger klar. Meine Muttersprache hat mich verratet und verwechselte die Begriffe auf Deutsch. ;)

Die Überlegung war einfach, welche Gitarre kann bei mir länger bleiben, ohne umsteigen zu sollen. Ich dachte eine Konzertgitarre, aber laut dem Verkäufer und Ihr ist besser eine Westerngitarre.

Dann neige ich jetzt zu der Westerngitarre.

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Pedro E.
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Re: Welche Gitarre, wenn man nicht weiß welche richtung nehmen wird

von Pedro E. » 03.11.2016, 11:51

Steppen hat geschrieben:Dann neige ich jetzt zu der Westerngitarre.
Im Prinzip ja, aber ... du solltest zuerst wirklich definieren wo du vom Stil und von der Anwendung her hin willst. Jazz und Blues(rock) "riecht" eher nach E-Gitarre, welcher Bauart auch immer. Das ist wirklich ein weites Feld. Reine Liedbegleitung ist mit Western OK, Melodiespiel ebenfalls und Oldschool-Blues sowieso. Aber bitte, schließlich hat ja auch der Nobelpreisträger Dylan seinerszeiten die erzkonservative Folk-Gemeinde mit der Strat geschockt ... :twisted: So streng darf man das Alles nicht sehen.

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Re: Welche Gitarre, wenn man nicht weiß welche richtung nehmen wird

von Steppen » 03.11.2016, 15:04

Pedro E. hat geschrieben:Im Prinzip ja, aber ... du solltest zuerst wirklich definieren wo du vom Stil und von der Anwendung her hin willst. Jazz und Blues(rock) "riecht" eher nach E-Gitarre, welcher Bauart auch immer. Das ist wirklich ein weites Feld. Reine Liedbegleitung ist mit Western OK, Melodiespiel ebenfalls und Oldschool-Blues sowieso. Aber bitte, schließlich hat ja auch der Nobelpreisträger Dylan seinerszeiten die erzkonservative Folk-Gemeinde mit der Strat geschockt ... :twisted: So streng darf man das Alles nicht sehen.


Hallo Pedro,

das ist mein Problem. Ich weiß noch nicht, wohin ich mich entwickeln werde. Und obwohl ich mehrere Seiten gelesen habe, entscheide ich mich nicht. Die Theorie, die ihr mir sagt, ist mir schon klar.

- Wahrscheinlich werde ich kein Rock oder Folk spielen wollen. Pop ist was ich an wenigsten höre.
- Jazz und Blues möchte ich probieren. Und wie gesagt, die Semiakustik Gitarren sind bis dato meine Liebling Gitarre.
- Flamenco/Klassik sowieso ja.

Das zweite Problem ist das Geld und das Sparen läuft nicht so gut. Bevor ich angefangen habe darüber zu lesen, war meine erste Absicht mir eine E-Gitarre zu kaufen. Es lohnt sich für mich an eine Semiakustik Gitarre mit Amp zu denken? kaufe ich mir irgendwelches billiges Set? Ich würde lieber auf bessere Zeiten abwarten. Das bedeutet nicht, dass ich mir gleich eine tausend € E-Gitarre wünsche.

Bleiben die Akustik. Konzert- oder Westerngitarre? Meine Idee war die Konzertgitarre, weil sie die Klassik ist und obwohl ich mir etwas günstig kaufe, könnte ich sie länger halten. Das war nur mein Gedanke, aber habe nichts gegen die Westerngitarre.

Wie sieht ihr die folgende Kaufstrategie. Ich kaufe mir jetzt eine Konzertgitarre für 300 € und damit lerne. Und wenn ich Geld spare, vielleicht in einem Jahr, eine Semiakustik Gitarre mit Amp. Wie viel soll das kosten? 700 €? Wenn ich richtig sehe, würde ich zwei guten Gitarren haben und damit eine breite Palette von Stil umfassen. Keine Profi-Kombination, aber für das Hobby soll reichen.

Und na ja, was soll am Anfang sein? Einfach anfangen.

Vielen Dank für die Hilfreiche Hilfe.

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Pedro E.
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Re: Welche Gitarre, wenn man nicht weiß welche richtung nehmen wird

von Pedro E. » 03.11.2016, 15:55

Steppen hat geschrieben:Ich kaufe mir jetzt eine Konzertgitarre für 300 € und damit lerne. Und wenn ich Geld spare, vielleicht in einem Jahr, eine Semiakustik Gitarre mit Amp.
Schwierig. Der Umstieg dann von Klassikgitarre auf E-Gitarre ist einfach brutal. Das sind, obwohl beide 6 Saiten haben einfach zwei verschiedene Instrumente. Da würde ich noch eher von der Western her wechseln wollen, da gibt es eher Gemeinsamkeiten.

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Re: Welche Gitarre, wenn man nicht weiß welche richtung nehmen wird

von Steppen » 03.11.2016, 21:16

Gut zu wissen. Ich überlege mir alles noch mal.

Danke!

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mjchael
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Re: Welche Gitarre, wenn man nicht weiß welche richtung nehmen wird

von mjchael » 04.11.2016, 09:14

Ich würde ebenfalls eine Akustische (sprich: Western) empfehlen. Je nach dem, in welche Musikrichtung es dich zieht, würde ich eine mit einem etwas breiterem Griffbrett wählen, wenn du auch mit einer klassischen spielen willst, oder ins Spanische hineinschnuppern willst. Auch Fingerstyle klappt meist besser mit einem etwas breiterem Griffbrett. Willst du aber lieber in die E-Gitarren-Richtung, so kann ein schmaleres Griffbrett. die bessere Wahl sein.

Bei mir hat meine klassische Gitarre ein ziemlich breites Griffbrett, meine Western ein mittleres, und meine Paula (Les-Paul-Nachbau) ein nicht ganz so schmales Griffbrett.
Eine Umfrage hier im Forum, die schon etwas zurückliegt, hat gezeigt, dass die meisten Gitarristen, die mehr als 3 Jahre spielen, eh eine Zweit- oder Drittgitarre haben. So teuer ist das Hobby nicht. (Wenn man mal von den E-Gitarristen mit ihrer Materialschlacht in Sachen Equipment absieht.)

Anfangs empfehle ich für die Western gerne etwas weichere Saiten. Sie ist zwar etwas leiser, und ihr Ton nicht so brilliant, aber die Finger danken es einem. Sobald man sich an die Stahlsaiten gewöhnt hat, kann man zugunsten eines besseren Klangs auf mittlere bis harte Saiten umsteigen.

Gruß Mjchael

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Re: Welche Gitarre, wenn man nicht weiß welche richtung nehmen wird

von Steppen » 04.11.2016, 16:52

Ich hoffe, dass ihr gute Berater seid, weil ich schon überzeugt bin. ;)

Ich fange an eine Western zu suchen. Danke noch mal.

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